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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Hoschustüier.

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Von Farbe ist es graubraun

erreichen oft eine Länge von 3 Zoll.

durch die mörderischte Vertilgung, die je einem Thiere geschehen ist, im-mer weiter nach dem Westen gedrängt und seiner Ausrottung näher gebrachtwird. Noch in ihrer Urmächligkeit bewohnen die Antilopen in Heerdenvon Tausenden die Ebenen Afrikas. Hier lebt auch die Giraffe; das Gnu,Catoblepon Gnudus; Gazelle, Antilope dorcas, etc. Alle wilden Wiederkäueraber werden an Zahl und an Wichtigkeit von den gezähmten übetroffen.Die Heerden der Rinder und Schafe im Besitz der civilisirten Nationenrechnen nach Millionen und sind ohne Zweifel die wichtigsten und nütz-lichsten Thiere.

Arzneimittel liefert das Moschusthier, Moschus moschiferus; derHirsch Cervus elephas; das Hausschaaf, Ovis aries; der Hausstier, Bos taurus.

Moschusthier. Moschus moschiferus.

Das Moschusthier hat einen vierfachen Magen, oben keine; unten 8Schneidezähne. Ohne Hörner. Das Männchen ist mit zwei langen Eck-zähnen im Oberkiefer bewaffnet Fig. 356. Es erreicht die Grösse eines jun-Fig. 356. gen Rehes und gleicht in seiner zierlichen Ge-

stalt und seinem äusserst behenden Wesender Gemse,mit zwei weissen Halsstreifen.

Sein Haar ist grob und brüchig, derSchwanz sehr kurz. Die Eckzähne des Männ-chens erscheinen schon im zweiten Jahr undBeim Männchen findet sich unmittel-bar vor der Oeffnung der Vorhaut eine beutelartige Einstülpung der äusse-ren Bedeckungen. Der Beutel hat die Gestalt und Grösse eines in der Län-genaxe durchschnittenen kleinen Hühnereies und mündet durch einen schma-len Gang nach aussen. Unter der innersten Haut liegen eine Menge kleinerDrüsen, welche den Moschus absondern.

Lebensweise und Wohnorte. Das Moschusthier gleicht in sei-ner Lebensweise der Gemse, lebt indess nicht in grösseren Rudeln zusam-men. Es ist äusserst scheu und flüchtig und erfordert, um erlegt zu wer-den, dieselbe Ausdauer, Schlauheit und Kühnheit wie die des Gemsenjägers.Es bewohnt die unzugänglichsten Gipfel und Bergrücken der ungeheuerausgedehnten, in einander zusammenhängenden hohen Gebirgszüge Mit-tel-, Ost-, West- und Nord-Asiens, welche in mächtigen Umkreisen dieBerg-wüste Gobi umgrenzen, in diese hinein, von den westlichen Hoch-ländern Turan, Nepal, Afghanistan bis an das okhotzkische Meer reichenund endlich das Grenzgebirge zwischen Tübet und Vorderindien und zwi-schen China und Hinterindien ausmachen. Dieses ungeheure Jagdgebiet,Welches einen grossen Theil von Sibirien, die Mongolei, Mandschurei, Tü-bet, China und die diesem tributpflichtigen westlichen Staaten in sich be-greift und Europa an Flächenraum übertrifft, so wie die unzugänglichen Berg-wüsteneien, die in seiner Mitte liegen erklären es, dass das Moschusthier nochnicht ausgerottet ist und auch wohl nicht ausgerottet werden wird, obwohles vielleicht seit länger als einem Jahrtausend eine gesuchte Beute ist undganze Völkerstämme die Jagd darauf als eine Existenzquelle betreiben.

Moschus. Der Moschus ist, wenn das Thier als Beute in die Handdes glücklichen Jägers gelangt von der Consistenz eines dicken Syrupsund von röthlich brauner Farbe. Es erfordert jener eine geschickte Tren-nung von dem Körper des Thieres. Diese wird gleich und vorsichtig voll-zogen. Die Beutel werden darauf getrocknet. Getrocknet ist der Inhaltderselben, viel dunkler gefärbt, besteht aus schwärzlich braunen Körnchendie sich durch Reiben auf Papier in eine gleichmässige, dunkelbraune

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