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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
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Die Frucht.

er durch die Verwachsung von 5 um die Fruehtachse stehenden Fruchtblät-tern entstanden. Schlagen die Fruchtblätter sich zugleich einwärts und ver-wachsen unter sich und mit der Fruehtachse wie in Fig. 329 und 330, so

Fig. 329.

Fig. 330.

entstehen dadurch, je nach der Anzahl der vorhandenen Fruchtblätter, 2, 3,4, öfächerige Fruchtknoten.

Durch die Veränderungen nun, welche die Theile des Fruchtknotens beiseiner Urnbildung zur Frucht erfahren, gestaltet sich diese in der im EYucht-knoten liegenden ursprünglichen Anlage, entweder als nicht zerfallendeFrucht, oder als zerfallende Frucht.

Bei den nicht zerfallenden Früchten werden entweder alle Schichtender Fruchtschale gleichförmig hautartig oder holzig entwickelt, wie bei derSchliessfrucht, oder die Schichten der Fruchtschale entwickeln sichverschiedenartig. Werden die äusseren Schichten derber, die inneren flei-schiger, so entsteht die Beere, werden die inneren Schichten derber ent-wickelt, die äusseren fleischig, so entsteht die Steinbeere. Gewöhnlichlösen sich bei dieser die äusseren Schichten leicht von den inneren ab,welche letztere als Stein bezeichnet werden.

Die zerfallenden Früchte zerfallen entweder so, dass die einzelnenTheile der Frucht-die Samen noch fest umschliessen, Spaltfrüchte, oderso, dass die Samen völlig frei werden, Kapselfrüeh te.

Je nachdem die Früchte aus einem Fruchtknoten hervorgegangen sind,welcher aus einem oder mehreren Fruchtblättern entstanden ist, theiltman die verschiedenen Früchte auch in einblättrige und in mehrblätt-rige B'rüchte.

Die wichtigsten Fruchtformen sind:

Die Achäne, achaenium, ist eine einfächrige, einsamige, nicht auf-springende Frucht, die aus einem unterständigen Fruchtknoten entstan-den ist.

■ Die Frucht derümbellaten besteht aus zwei Achänen, daherDiachaenium.

Die Kap selfrucht, fructus capsularis, darunter:

Die Kapsel, Capsula, ist eine mehrsamige zuweilen einsamige Fruchtmit trockner Fruchthülle. Sie ist aus mehreren Fruchtblättern gebildet.

Die Nuss, nux, ist eine mehrsamige oder einsamige Frucht mit ver-holzter Fruchthülle und deshalb gewöhnlich nicht aufspringend.

Die Flügelfrucht, Capsula alata, eine nicht aufspringende mit einemoder mehreren Flügeln versehene Frucht.

Die Balgkapsel, folliculus, ist eine einfächerige, einklappig auf-springende Frucht mit wandständigem Samenträger.

Die Hülse, legumen, besteht aus einem Fruchtblatte, an dessen Nahtdie Samen angewachsen sind.

Die Schoten fr ucht, fructus siliquosus, aus zwei Fruchtblättern ge-bildet , zweifächerig mit zwei gegenüberstehenden Samenträgern. Nach denGrössenverhältnissen theilt man sie in: die Schote, siliqua, wenn die