Zwiebelknospe. Zwiebel.
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in den Winkeln der Blätter sich entwickelt, heisst sie Endknospe EKFig. 305, oder Winkelknospe WK Fig. 305.
Unregelmässig an irgend einem anderen Theile der Pflanze entste-hende Knospen heissen Nebenkn osp en.
Die Knospen entspringen immer aus dem Marke, wie dies in Fig. 305ersichtlich ist. An der Stelle, wo die Knospe entstehen soll, zweigt sichein Theil des Markes ab, durchdringt das Holz, nimmt bei dem Heraustre-ten aus demselben Gefässbündel mit in die Rinde und tritt von dem Füll-gewebe dieser umgeben aus dem Stamme heraus.
Durchschneidet man die Knospe, so lässt sich in derselben deutlichunterscheiden, ob dieselbe die Anlage zu einer Blüthe, wie E K Fig. 305,oder die Anlage zu einem beblätterten Zweige, wie WK Fig. 305 enthält.Im ersteren Falle nennt man dieselbe Blüthenknospe, im zweitenBlattknospe.
Die weitere Entwickelung der Knospe geht entweder gleich nachihrem Erscheinen von Statten, oder sie verharrt längere Zeit im Zustandeder Ruhe. Die überwinternden Knospen, welche sich an den Bäumen imLaufe des Sommers bilden, sind, um sie von den Einflüssen der kalten Jah-reszeit zu schützen, mit lederartigen Schuppen dicht bedeckt.
Durch die Knopse wird das Individuum, die Mutterpflanze, verviel-fältigt. Diese Fähigkeit der Fortpflanzung behält die Knospe, auch wennsie von der Mutterpflanze getrennt ist. Knospen würden sich wie Samenaussäen lassen und weiter entwickeln, wenn sie im Boden gleich die erfor-derlicheNahrung fänden. Im Boden ist diese aber, so wie sie die Knospebraucht,nicht vorhanden; ehe sich hier Wurzeln aus der Knospe entwickeln könnten,würde sie verwelken. Nur die Zwiebelknospen entwickeln sich auch im Boden.Bietet man jedoch der Knospe die Bedingung, längere Zeit ohne zu verwelkenlebend zu bleiben, so erfüllt die Knospe, auch wenn sie von der Mutter-pflanze getrennt ist, die Bestimmung: die Mutterpflanze fortzupflanzen.Hierauf beruht das Oculiren und Pfropfen. Wird die Knospe einerPflanze, so auf eine andere Pflanze gesetzt, dass der Saft dieser die Knospelängere Zeit lebend erhält, so treibt die Knospe Wurzel, Stamm, Blätterund Blüthen, und pflanzt die Mutterpflanze in allen ihren Eigenthümlichkei-ten fort. Wird nun eine Knospe auf eine fremde Pflanze übertragen, sonennt man dies Oculiren, werden mehrere zugleich übertragen, Pfropfen.
Eine andere Art der künstlichen Vermehrung der Mutterpflanze durchKnospen geschieht durch Ableger oder Stecklinge. Es wird ein demBoden nahe stehender Zweig der Pflanze, Ableger, abgeschnitten, am Grundeder Schnittfläche mehrfach getheilt und mit Erde bedeckt bis er sich be-wurzelt. Stecklinge, wozu sich besonders saftreiche Pflanze und die wei-chen Hölzer eignen, sind Zweige von beliebigem Standorte, die indess we-nigstens eine Knospe haben müssen. Sie werden abgeschnitten, am Grundegetheilt und in die Erde gesteckt. Feuchtigkeit und Wärme begünstigendie Weiterentwickelung.
Zwiebelknospe, bulbillus seu bulbo-gemma.
Eine Knospe, die zwar am Stamme entsteht, sich aber am Stammenicht entwickelt, sondern erst, wenn sie sich vom Stamme getrennt hat inder Erde zur Entwickelung gelangt, nennt man eine Zwiebelknospe.
Zwiebel, bulbus.
Eine Knospe, die an der Wurzel entsteht, fleischige Deckblätter hatund auf einem Zwiebelstocke (Cormus) steht, ist die Zwiebel.
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