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Innerer Bau des Stammes.
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Anordnung der einzelnen Theile des Stammes. Selbstver-ständlich ist, wenn auch die Aufeinanderfolge der genannten Einzeltheiledes Stammes stets dieselbe ist, doch eine strenge Abgrenzung nach Grös-sen-, Massen- oder Dichtigkeits - Verhältnissen derselben nicht vorhanden.Die grossen Unterschiede, die man bei Betrachtung des Stammes verschie-dener Pflanzen gewahr wird, rühren in ihrer wesentlichsten Ursache vonjenem verschiedenen Verhältniss her, in welchem die angeführten Bestand-theile des Stammes zu einander stehen, und werden in mannigfache Ab-stufungen von der Art der Anordnung bedingt, in welcher die Zellen unddie Gefässbündel in den einzelnen Theilen gestellt sind.
Wie gross und unendlich verschieden diese einzelnen Verhältnisseauch sind, wie sehr in Beziehung ihrer der innere Bau einer Pflanzenspe-cies von dem der andern abweicht, wie grossen Einfluss bei der einzelnenPflanze Oertlichkeit, Klima, Boden, Temperatur und Nahrungsverhältnisseüben, so findet man doch in der grossen Masse der Pflanze wiederübereinstimmende allgemeine Anhaltspunkte für diese Anordnung. Dieseallgemeinen Anhaltspunkte treten bei den grossen Abtheilungen ziemlichscharf zusammen, in welche man die Pflanzen nach der Verschiedenheitihres Keimens bringen kann. In dieser Beziehung bietet sich, wie wir diesspäter ausführlich kennen lernen werden, die gesammte Pflanzenwelt derBetrachtung in drei grossen Gruppen. Diese Gruppen werden begrenztdurch das Vorhandensein eines Keimes im engeren Sinne, durch den Vor-gang des Keimens und die erste Gestaltung des Keimes. Pflanzen, welche sichaus einem Keim, im engeren Sinne, entwickeln, deren Same einen Embryohat, unterscheidet man von solchen, die einen Keim im engeren Sinne,einen Embryo nicht haben, sondern sich nur aus Keimzellen oder Keim-sporen entwickeln.
Man bezeichnet die ersteren als Embryopflanzen, Embryona-t a e , die zweiten als E m b r y o 1 o s e, E x e m b ry o n a t a e. Die Embryo-pflanzen theilt man wiederum, je nach der Gestaltung der Keimblätter,in solche, die aus dem Keime sich mit einem Keimblatt (cotyledo)entwickeln und nennt diese Monocotylen, und in solche, in denenaus dem Keime die Pflanze mit zwei oder mehreren Keimblättern sichentfaltet und nennt diese Di- oder Polycotylen. Da die Pflanzen ohneEmbryo sich nur durch Weiterbildung aus Keimzellen oder Keimsporenentwickeln, so fehlt ihnen natürlich auch das Keimblatt und man bezeich-net dieselben daher auch als Acotylen, oder als Pflanzen, die ohneKeimblätter keimen.
Die Pflanzen dieser drei grossen natürlichen Gruppen bieten in derAnordnung, in welcher die elementaren Gebilde des Stammes sich befin-den ganz allgemeine Unterschiede.
Stamm der Dicotylen. Den ausgebildetsten Stamm haben dieDicotylen. Anfangs besteht der Dicotylen-Stamm ganz aus losem Zellge-webe, Füllgewebe (Parenchym), in welchem und aus welchem rings umdas Centrum später Gefässbündel entstehen. Diese bestehen aus Holzzell-gewebe (Prosenchym), welches nach Aussen zu in langgezogene Bastzellenübergeht und Bastbündel bildet. Die um das Centrum entstandenen, ausHolzzellgewebe bestehenden Gefässbündel verwachsen meistens schon imersten Jahre zu einem Ringe (Holz), der dann das ursprüngliche Füllge-webe in zwei Schichten theilt und zwar in eingeschlossenes centralesFüllgewebe, aus welchem das Mark und äusseres Füllgewebe, auswelchem die Rinde entsteht. In dieser Gestaltung erhält der Dycotylen-