Inhalt der Zellen.
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Im Allgemeinen finden sieh ursprünglich alle Zellen der Pflanzen mitdem Zelle nsaft, einer durchsichtigen farblosen Flüssigkeit gefüllt. Dieserist durch seine Bewegung die Quelle, aus welcher der Organismus derPflanze die Stoffwandlungen und Ablagerungen vornimmt, die innerhalb desKreislaufes der Entwickelung der Pflanze vor sich gehen.
In den eben entstandenen und in den entstehenden Zellen befindetsich stets innerhalb einer trüben zähen Flüssigkeit ein mehr oder wenigerdunkler Punkt, der Zellenkern oder Cytoblast, von welchem aus dieWeiterbildung der Zelle ausgeht und welcher mit der fortschreitenden Ent-wickeJung der Zelle verschwindet.
Die allgemeine Veränderung des Inhaltes der Zellen, welche derselbemit dem Wachsthum der Pflanze erleidet, geht so vor sich, dass nachdemFig. 275. das Wachsthum der Zelle ihre Endschaft erreicht hat, dieWand derselben, welche aus Zellstoff, Cellulose, besteht,durch Ablagerung von dem Innern der Zelle aus wächst.Diese allgemeine Veränderung giebt derselben nach undnach, die in Fig. 275 abgebildete Innengestaltung. Diesich ablagernden Zellstoffschichten folgen dann oft so ste-tig aufeinander, dass der Zellenraum davon ganz undgar ausgefüllt erscheint. Oft geschieht die Ausfüllung nurzum Theil, die Schichten erscheinen von Löchern undSpaltungen durchbrochen und werden dadurch auch dieverschiedenen Gestaltungen der Zellen mit bedingt.
Ausser dieser Ablagerung des Zellstoffes gehen aber während des Le-bensprocesses der Pflanze noch andere Bildungen und Ablagerungen imInnern der Pflanzenzelle vor sich. Nächst dem Zellstoff, der Cellulose,bilden zuweilen Amyloid und Pflanzengallerte die Wandungen derZelle. Amyloid ist Cellulose in dem eigenthümlichen Zustande des Ueber-ganges derselben in Stärkemehl, Amylum. Nächst den die Zellenwandungbildenden Stoffen treten, theils in dem Zellensaft in Lösung, theils in Ab-lagerungen innerhalb der Zelle eine Reihe von Stoffen auf, die zu demLeben der Pflanze in der unmittelbarsten Beziehung stehen und derenKenntnissnahme daher durchaus nothwendig für das Verständniss des Lebens-processes der Pflanze ist.
Die in dem Pflanzensafte aufgelösten und die innerhalb der Pflanzen-zellen abgelagerten Stoffe theilen sich, in Rücksicht auf ihre Beziehungenzu dem Lebensprocesse der Pflanze, in solche, welche wieder in den Kreis-lauf des Pflanzenlebens gezogen werden und in solche, die dies nicht mehrwerden. Die ersteren, die mit dem Entwickelungsprocesse der Zelle inder engsten Beziehung stehen, sind die assimilirbar en Stoffe. Siebestehen theils aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, theils aus die-sen und noch aus Stickstoff, zuweilen noch aus Schwefel und Phosphor.
Zu den stickstofffreien assimilirb aren Bestandtheilender Zellen gehören, ausser jenen, welche die Zellenwandungen bilden,d. i. ausser Cellulose, Amyloid, Pflanzengallerte noch Gummi undZucker, welche aufgelöst im Zellensafte sind, ferner das Stärkemehl,das Inulin, fette und ätherische Oele.
Zu den stickstoffhaltigen assimilirbar en Bestandtheilender Pflanzenzellen gehören: das Eiweiss, der Pflanzenfaserstoff undder Pflanzenkäsestoff, welche in den Pflanzen in den verschiedenstenModificationen vorkommen.
Aus diesen für das Leben und die Entwickelung der Pflanze noth-vvendigsten Stoffen bilden sich innerhalb des Lebensprocesses der Pflanze,
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