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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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769
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Nutzanwendung der Mineralien.

chemische Zusammensetzung durch Eigenschaften ihrer chemischen Be-standteile erhalten, nennt man die chemischen Eigenschaften derMineralien.

Die Chemie giebt der Mineralogie den festesten Haltpunkt, besondersbasirt die Oryktognosie hauptsächlich auf der Chemie.

Nutzanwendung der Mineralien.

Die Mineralien bilden entweder unmittelbar z. B. als Erze, Koh-len etc. oder mittelbar durch ihre Zersetzungsproducte, als fruchtbarer Acker-boden, die Grundlage der Oeconomie, der Wohlhabenheit und des Reich-thums der Culturvölker. Eine erfolgreiche Bodencultur, industrielle Ent-wicklung und oft auch die Handelsgrösse der Völker wird bedingt oderdoch vorbereitet durch eine hierzu geeignete Beschaffenheit des betreffen-den Theiles der Erdoberfläche. Als Beispiel dient England im Besitz derzwei bedeutensten Haupthebel für industrielle Entwickelung: des Eisens undder Kohle.

Diese Wichtigkeit der Mineralien für die menschliche Entwickelunglässt die Kenntniss der Nutzanwendung der Mineralien und die Dienste, die sieim Interesse des Menschen leisten, als nothwendig gehörig zu einer leben-digen Auffassung dieses Theiles des Naturganzen erscheinen und wird die-selbe hier in gedrängtester Art einen geeigneten Platz finden.

Mineralien, welche wichtig für die Bodencultur sind.

Der kulturfähige Boden besteht aus organischen und unorganischenBestandteilen. Die organischen oder der Humus sind entstanden durch dieZersetzung organischer Stoffe. Die anorganischen Bestandteile sind ge-bildet durch verwitterte Gebirgsarten. Die Zersetzungsproducte dieser sindeine der allgemeinen Bedingungen für das Gedeihen der Pflanze und inso-fern von der grössten Wichtigkeit für die Existenz des Menschen.

Die unorganischen Bestandtheile des Culturbodens sind hauptsächlichfolgende:,

Kieselerde als Sand in allen Bodenarten. Sie ist für eine grosseReihe der nutzbarsten Pflanzen, für die Gräser, unentbehrlich. Als Bestand-theil des Bodens hängt sie nicht zusammen, bindet das Wasser nicht, er-wärmt sich leicht und hält die Wärme an.

Thonerde als Thon (kieselsaure Thonerde) ist gleichfalls in jedemBoden, doch in geringerer Menge. Thon hängt fest zusammen, saugt dasWasser auf, hält es lange an, erwärmt sich schwer, macht den Bodenbündiger, feuchter, kälter.

Kalkerde als kohlensaure zuweilen als schwefelsaure Kalkerde ist injedem Boden. Unentbehrlich ist sie für wichtige Culturpflanzen z. B. Kleeund Hülsenfrüchte. Kalkerde vermittelt die Umwandlung der vegetabilischenStoffe zu Humus, nimmt Wasser auf, ohne es so lange an sich zu haltenals der Thon, macht den Boden weniger bündig, hat grössere FähigkeitWärme aufzunehmen als jener und macht daher Sandboden bindend undThonboden trocken und locker.

Von geringerer Wichtigkeit für den Boden ist Talkerde; wo sie vor-handen ist, wie z. B. durch Zersetzung von Serpentin etc. wirkt sie günstig.Kali als Bodenbestandtheil, hervorgegangen aus der Zersetzung von Feld-spath und Glimmer, welche beide aus kieselsaurer Thonerde und kiesel-saurem Kali bestehen, macht den Boden sehr fruchtbar. Natron ist ingeringer Menge fruchtbar. Eisen als Oxyd und Oxydul ist in geringer

Ziurek, Elementar-Handbuch der Pharmacie. 49

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