Drachenbaumharz. Lactucarium.
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In heissem "Wasser quillt Kautschuk auf ohne sich im Geringsten zulösen, es wird darin weich ohne sich chemisch zu verändern. In Alcoholist Kautschuk gleichfalls unlöslich. In Aether, Schwefelkohlenstoff, Chloro-form und ätherischen Oelen quillt es auf und löst sich nach einiger Zeitzum Theil. Das beste Lösungsmittel für Kautschuk ist rectifizirtes Stein-kohlentheeröl und das aus dem Kautschuk gewonnene Kautschuköl. Chlorund Chlorwasserstoffsäure verändern Kautschuk nicht. Ebensowenig übenschwächere Säuren einen Einfluss darauf. Concentrirte Schwefelsäure undSalpetersäure indess und ätzende Alkalien zersetzen es sehr bald.
Mit Schwefel verbindet sich Kautschuk in verschiedenen Verhältnis-sen, theils direkt bei -j- 120° bis 160°, theils mittelbar durch Einwir-kung von Schwefelverbindungen. Durch die Verbindung mit Schwefel wirdes, je nach der Dauer und Art der Einwirkung, bald hart und zerbrechlich,bald gewinnt es an Elasticität und behält dann diese selbst in der Kälte,klebt weniger in der Wärme, ist ganz unlöslich in Aether, Chloroform,Schwefelkohlenstoff und ätherischen Oelen und zeigt so die für die techni-sche Benutzung geeigneten Eigenschaften in höherem Grade als das reineKautschuk. Um am leichtesten die Verbindung mit Schwefel zu erreichentaucht man Kautschuk in schmelzenden Schwefel. Es nimmt dabei unge-fähr 10—15 p. C. auf und wird dann durch Walzwerke geknetet. Derarti-ges Kautschuk hat man vulkanisirtes Kautschuk genannt,
Verwendung. Kautschuk ist schon seit einem Jahrhundert bekannt.Im Jahre 1757 machte Condamine die ersten wissenschaftlichen Notizendarüber. Aber erst in neuerer und neuester Zeit hat es die grosse techni-sehe Verwendung gefunden. Die Veranlassung dazu war die Erfindung Ma-kintosh zur Herstellung wasserdichter Zeuge und die Hancoks, das Vulkani-siren betreffend. Für die technische Chemie ist namentlich vulkanisirtesKautschuk in seinen mannigfachen Anwendungen kaum mehr zu entbehren.
Uli ilH
Drachenbaumharz.
S y n o n. Sanguis draconis. Drachenblut.
Vorkommen und Gewinnung. Drachenbaumharz wird aus denFrüchten einiger Dracaena-Arten und Calamus rotang gewonnen. Ostin-dien und die Sunda-Insel sind die Heimath jener Pflanzen.
Zusammensetzung. Drachenbaumharz enthält als wesentlichenBestandtheil ein eigenthümliches Harz, Draconin, ausserdem ein fettes Oel,Gerbsäure, Benzoesäure und Salze.
Eigensc haften. Drachenbaumharz kommt im Handel in verschiede-nen Sorten vor. Am häufigsten kommt es in 6—9 Linien starke Cylinder ge-formt oder in derben Stücken vor. Im ersteren Falle sind die Cylinder et-was 1 Fuss lang und mit Schilfblättern umwickelt. Das Harz hat einebraunrothe Farbe, gepulvert ist es von lebhaft rolher Farbe, es hat einenschwach balsamischen Geruch und Geschmack, ist in Alkohol und Aelherzum Theil löslich, schmilzt beim Erhitzen und wird bei höherer Tempera-tur zersetzt.
Lactucarium.
S y n o n. Lactucarium anglicum.
Vorkommen und Gewinnung. Die unter dem Namen Lactuca-rium in einigen Pharmacopoen officinelle Masse ist der eingetrockneteMilchsaft von Lactuca sativa L. Es werden in die blühende Pflanze Ein-schnitte gemacht, der herausquellende Milchsaft aufgefangen und einge-trocknet. Durch Auspressen der Stengel dieser Pflanze und Eindampfen