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Radical - Theorie.
organischen Körpern 1 Aeq. Essigsäure schon aus 10, 1 Aeq.aus 16, 1 Aeq. Strychnin aber aus 70 Aeq. seiner Bestandtheile.
Zucker
Aetiologie des Bildungsproeesses der organischen
Körper.
Die Erklärung dieser so grossen Mannigfaltigkeit der Zusammensetzungorganischer Körper hat man aus den Bedingungen zu schöpfen gesucht, unterdenen ihre Bildung vor sich geht. Als allgemeine Bedingungen für dieBildung der organischen Körper nehmen wir den Lebensprocess der orga-nisirten "Wesen an. In dem Leben der Thiere und Pflanzen ist ein Zu-sammenfluss einer Menge von Kräften vorhanden. Durch diesen Zusam-menfluss werden die einfachen Stoffe unter Bedingungen zusammengebracht,welche den Einfluss der chemischen Grundkräfte, denen sie sonst gehor-chen, auf vielfache Art verändern. Hierin liegt zugleich auch der Grundfür die Schwierigkeit der Darstellung der organischen Körper auf künst-lichem Wege. Wir kennen bisher weder die Art des modiflcirenden Einflussesdes Lebensprocesses auf die chemischen Bildungsprocesse, noch könnenwir denselben — mit Ausnahme der wenigen bisher künstlich dargestelltenorganischen Verbindungen — ersetzen.
Das wesentliche und thatsächliche Merkmal des modificirenden Ein-flusses der Lebensthätigkeit der thierischen und pflanzlichen Organe auf diechemischen Bildungsprocesse der organischen Körper besteht darin, dassunter der Herrschaft derselben mehrere Atome von jedem der einfachenStoffe sich mit einander vereinigen können. Während also, unter derHerrschaft der chemischen Verwandtschaft allein, 1 Aeq. Kohlenstoff sich mit 1oder 2 Aeq. Sauerstoff oder Wasserstoff verbindet, so wird unter Herrschaft desLebensprocesses der Einfluss der chemischen Verwandtschaft so modificirt,dass z. B. von Kohlenstoff mehrere Aeq. desselben zuerst unter sich, meh-rere Aeq. Wasserstoff wiederum unter sich sich verbinden und die so verbun-denen Kohlensfoffäquivalente und Wasserstoffäquivalente sich dann mit ein-ander zu den zusammengesetzten Kohlenwasserstoffverbindungen vereinigen.Eine Menge von Ursachen trennen dann wieder diese zusammenge-gesetzten Verbindungen. Innerhalb des Lebensprocesses sind alle Phasen diesesdabei thätig. Ausserhalb des Lebensprocesses treten die elementaren Kräftewieder in ihre Rechte. Die ehemische Verwandtschaft, die Wärme, das Lichtmachen, dass die gebildeten ausserhalb des Lebensprocesses der organisir-ten Wesen befindlichen organischen Körper weiter zerfallen. Weil in letz-terer Beziehung namentlich die chemische Verwandtschaft ihre Rechte gel-tend macht, sind die so entstehenden Verbindungen immer einfacher, alsdie Körper, woraus sie entstehen. So zerfällt Traubenzucker (C e H e 0 6 )in Weingeist (C 4 H 6 0 2 ) und Kohlensäure C0 2 ; Weingeist in EssigsäureC 4 H 3 0 3 und Wasser, oder in Aether C 4 H 5 0 und Wasser.
Dadurch, dass auch dieser Einfluss der elementaren Kräfte entwederunter den natürlichen Verhältnissen, in welche die organischen Körper imLaufe der Dinge kommen, oder in denen wir sie demselben aussetzen, einausserordentlich mannigfaltiger ist, ist die Ursache der zahlreichen Verän-derungen oder Metamorphosen, welchen die organischen Körper unterwor-fen sind, gegeben.
Radical- Theorie.
Lässt man, unter Bedingungen, welche wir bald kennen lernen wer-den, Schwefelsäure auf Weingeist einwirken, so zerfällt derselbe in Aetherund Wasser. Aether ist zusammengesetzt aus 4 Aeq. Kohlenstoff, 5 Aeq.