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Quecksilberchlorid.
Verwendung. Quecksilberchlorür ist eines der vielfachst ange-wandten Arzneimittel. Er wirkt auflösend, in grössern Dosen abführend.
Quecksilberchlorid.HgCl.
Synon. Hydrargyrum bichloratum. Hydrargyrum bichloratum s.muriaticum corrosivum. Perchloridum hydrargyri. Mercurius sublimatuscorrosivus. Doppeltchlorquecksilber, ätzendes Quecksilbersublimat.
Darstellung. Chlor und Quecksilber vereinigen sich nicht unmittelbar,wenn man Chlorwasserstoffsäure oder Chlor auf Quecksilber einwirken lässt.Man muss dies auf indirectem Wege erreichen. Man bereitet schwefelsau-res Quecksilberoxyd. Schwefelsäure bildet mit Quecksilber unter Entwick-lung von schwefliger Säure schwefelsaures Quecksilberoxyd. Wird diesesmit Chlornatrium zerrieben und einer höhern Temperatur ausgesetzt, soverflüchtigt sich das durch Wechselwirkung des Chlornatriums und desschwefelsauren Quecksilberoxyds entstehende Quecksilberchlorid und setztsich als Sublimat an den kältern Theilen der Gefässe ab, während schwe-felsaures Natron als Rückstand bleibt.
Aus 1 Aeq. schwefelsaurem Quecksilberoxyd = HgO. S0 3 und1 Aeq. Chlornatrium = NaCl wird
1 Aeq. Quecksilberchlorid = HgCl und
1 Aeq. schwefelsaures Natriumoxyd = NaO . S0 3 .
1 Theil reines Quecksilber wird mit H/2 Theilen roher Schwefelsäurein einem passenden gläsernen Kolben übergössen und damit in einemSandbade anfangs gelinde, dann stark und so lange erhitzt, bis sich keineschweflige Säure mehr entwickelt. Dies so erhaltene schwefelsaure Queck-silberoxyd mengt man durch Zerreiben möglichst innig mit dem gleichenGewichte getrockneten und fein zerriebenen Chlornatrium, sublimirt dasGemisch in einer mit dicht lutirter Vorlage versehenen Glasretorte, die da-von nicht mehr als zum dritten Theile angefüllt sein darf, bei allmälig ver-stärkter dann anhaltend hoher Temperatur. Die bayerschePharmacopöe schreibtals Sublimationsgefäss einen Kolben vor. Quecksilbersublimatdämpfe sindsehr giftig, es ist grosse Vorsicht bei der Bereitung anzuempfehlen.
Die Bereitung geht ohne alle Schwierigkeit vor sich, wenn mandie Temperatur gleichmässig verstärkt. Ist alles entfernt und hat sich dasSublimat gebildet, so erhöht man die Temperatur so lange, bis manbemerkt, dass das lockere aus einzelnen Krystallen gebildete Sublimatzu einer gleichmässigen dichten Lage zusammengesintert ist. Subli-mirt man aus einem Kolben, so ist die Bereitung unter einem gut ziehendenSchornstein vorzunehmen. Bei einem etwaigen Zerspringen der Gefässe,während der Sublimation, thut man am besten sich so rasch wie mög-lich zu entfernen. Nach vollendeter Sublimation lässt man den Appa-rat erkalten, zerbricht die Retorte und trennt vorsichtig das schön glänzendstrahlige Sublimat.
Eigenschaften. Quecksilberchlorid durch Sublimation dargestellt,bildet weisse fast durchsichtige, strahlig krystallinische Salzrinden. Wirdes krystallisirt, so ist die Grundform der Krystalle die vierseitige Säule.Das spec. Gew. = 5,42. Bei hoher Temperatur schmilzt Quecksilberchlo-rid zuerst und verflüchtigt sich dann unzersetzt. Es ist in 16 Theilen kalten,3 Theilen heissen Wasser, in 2 x / 2 Theilen Alkohol, in 3 Theilen Aether löslich.