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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Säuren. Schwefelverbindungen. Chlorverbindungen.

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sauren Eigenschaften der Säuren auf, verlieren bei der Verbindung mit die-sen ihre Eigenschaften gleichfalls und bilden Salze.

Oxyd. Oxydul. Man bezeichnet im Besonderen die Verbindungdes Sauerstoffes mit den Metallen als Oxyde, z. B. Kaliumoxyd, Natrium-oxyd etc. Sind mehrere Verbindungen des Sauerstoffs mit dem Metall be-kannt, so heisst die an Sauerstoff reichere Verbindung Oxyd, die an Sauer-stoff ärmere Oxydul z. B. Eisenoxyd, Eisenoxydul, Quecksilberoxyd, Queck-silberoxydul. Eine Zwischenverbindung des Eisens mit dem Sauerstoff nenntman Eienoxyd-Oxydul.

Oxyde, welche mehr Sauerstoff enthalten, als die Oxyde, nennt man,obwohl sie eigentlich basische Eigenschaften nicht mehr besitzen, sonderndieselben erst durch Abgabe von Sauerstoff erlangen, Ueberoxyde, Hy-peroxyde, Superoxyde z. B. Manganhyperoxyd.

Unbestimmte Oxyde sind solche, welche weder die charakteristi-schen Eigenschaften der Säuren, noch die der Basen zeigen, sondern jenach Umständen bald als Basen, bald als Säuren auftreten. Aluminium-oxyd (Thonerde), Wasserstoffoxyd (Wasser) sind indifferente Oxyde.

Schwefelverbindungen. Analog dem Sauerstoff, doch in vielweniger energischer Weise tritt der Schwefel als Bildner oder als elektro-negativer Körper auf. Wie die Sauerstoffverbindungen bieten sich auch dieSchwefelverbindungen als saure, basische und indifferente Schwefelverbin-dungen. Man bezeichnet die sauren Schwefelverbindungen mit dem Na-men Sulphosäuren, die basischen mit dem Namen Sulphobasen unddie indifferenten als indifferente Sulpiride.

Dem Oxyd der Sauerstoffverbindungen entspricht S ulphid der Schwe-felverbindungen , dem Oxydul das Sulp hur et.

1 Aeq. Schwefel und 1 Aeq. Wasserstoff bilden eine Sulphosäure.1, 2, 3, 4, 5 Aeq. Schwefel bilden mit 1 Aeq. Kalium 5 verschiedeneSchwefelkaliumverbindungen als Sulphobasen. 3 Aeq. Schwefel und 1 Aeq.Antimon bilden Antimonsulphuret. 5 Aeq. Schwefel und 1 Aeq. Antimonbilden Antimonsulphid.

Chlorverbindungen. Auch Chlor und die ihm verwandten Me-talloide, Jod, Brom, Fluor können sich mit Metallen und anderen Metal-loiden verbinden. Ihre Verbindungen gleichen in mancher Beziehung denOxyden, in andern den Verbindungen von Säuren und Basen d. i. den Sal-zen , z. B. Chlornatrium. Aus letzterer Ursache hat man die genanntenStoffe auch als Salzbilder, Halogene und die Salze derselben H aloidrsalze genannt.

Die Bezeichnung der Chlorverbindungen und der ihnen ähnlichen Verbin-dungen wird durch Zusammensetzung des Namens Chlor etc. mit dem verbun-denen einfachen Stoffe gebildet, z. B. Chlornatrium, Chlorkalium, Jodkalium,Bromnatrium etc. Sind mehrere Verbindungen desselben mit einem unddemselben einfachen Körper vorhanden, so entspricht die BezeichnungChlorid, Jodid, Bromid dem Sulphid und dem Oxyd, Chlorür, Jo-dür, Bromür dem Sulphuret und dem Oxydul; Verbindungen mit einemgrösseren Chlorgehalt als die Chloride heissen Perchlor ide oder Hyper-chloride. —

Salze. Sauerstoffsäuren und Sauerstoffbasen vereinigen sich, indem siebeiderseits ihre charakteristischen Eigenschaften verlieren, zu Verbindungenvon neuem Wesen und neuen Eigenschaften, den Sauerstoffsalzen.