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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Chemische Aequivalente.

Den Grund dieser verschiedenen Verhältnisse sieht man in einer ver-schiedenen Anordnung und Gruppirung der Atome, aus welchen dieseisomerischen Verbindungen entstanden sind.

Allotropie. Die Fähigkeit der Körper unter Beibehaltung ihrerchemischen Eigentümlichkeit doch in verschiedenen Zuständen aufzutreten,nennt man Allotropie und diese Zustände selbst allotropische Mo-dificationen.

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Chemische Aequivalente.

In den Verhältnissen, in denen sich die Körper zu chemischen Verbin-dungen vereinigen, tritt uns eine grosse und unabänderliche Regelmässig-keit entgegen. Bringt man unter den für die chemische Verbindung gün-stigsten Bedingungen beliebige Mengen von Chlor und Wasserstoff odervon Kalium und Sauerstoff, oder irgend welche andere Körper, welcheeine energische Verwandschaft zu einander haben, in Berührung, so sollteman meinen, dass sich sämmtliche vorhandenen Mengen derselben verbin-den würden. Dies ist aber nicht der Fall. Von 39,2 Theilen Sauerstoff und39,2 Theilen Kalium verbinden sich nur 8 Theile Sauerstoff mit 39,2 Thei-len Kalium, 31,2 Theil Sauerstoff bleiben unverbunden und unverändertzurück; von 35,5 Theilen Chlor und 35,5 Theilen Wasserstoff vereinigensich nur 1 Theile Wasserstoff mit 35,5 Theilen Chlor, 34,5 Wasserstoffbleiben unverändert und unverbunden zurück. So wie Kalium und Sauer-stoff oder wie Wasserstoff und Chlor treten die Bestandtheile sämmt-licher chemischer Verbindungen nur in gewissen, fest be-stimmten, nie abweichenden Verhältnissen zusammen.

Nun verbinden sich aber nicht blos 8 Theile Sauerstoff mit 39,2 Ka-lium zu Kaliumoxyd, sondern es verbindet sich auch 8 Theile Sauerstoffmit 1 Theil Wasserstoff zu Wasser, 8 Theile Sauerstoff verbinden sich mit23 Theilen Natrium zu Natriumoxyd; kurz wo auch Sauerstoff in eine Ver-bindung mit einem andern Körper eingeht, überall tritt er mit dieser ur-sprünglichen Verhältnisszahl 8 in die Verbindung. Bei allen anderen Ele-menten hat man dasselbe nachgewiesen. Wasserstoff tritt in der Verhältniss-zahl 1, Chlor in der Verhältnisszahl 35,5 etc. auf. Das Verhältniss, inwelchem ein Körper sich mit einem zweiten verbindet, istauch das Verhältniss, in welchem er sich mit allen andernverbindet.

Durch vielfache und überaus genaue Versuche, um welche sich be-sonders Berzelius, ein Mann, der so lange verehrt werden muss, als Che-mie studirt wird, verdient gemacht hat, hat man gefunden, dass in 47,2 Thei-len Kaliumoxyd stets 39,2 Theile Kalium und 8 Theile Sauerstoff in 36,5Theilen Chlorwasserstoff stets 35,5 Theile Chlor und 1 Theil Wasserstoffvorhanden sind. In 9 Theilen Wasser hat man stets 8 Theile Sauerstoffund 1 Theil Wasserstoff gefunden. So aber wie im Kaliumoxyd, im Chlor-wasserstoff, im Wasser hat man in allen zusammengesetzten Körpern dasGewicht der ch emischen Verbin düng gleich gefunden derSumme der Gewichte, welche ihren Bestandtheile nach ih-ren bestimmten Verhältnisszahlen zugewiesen war.

Aus solchem Grunde hat man diese Verhältnisszahlen Mischungs-gewichte, Atomengewichte oder Aequivalente genannt.

Wasserstoff hat unter allen Korpern das kleinste Aequivalent. Umdie Verhältnisszahlen auf eine bestimmte Einheit zu bringen, hat man da-her das Mischungsgewicht des Wasserstoffes gleich -=z 1 angenommen und