Telegraph.
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Rotationsversuch. Lässt man gegen einen befestigten, Uförmiggebogenen, mit isolirtem Kupferdraht umwundenen nicht magnetischen Ei-senstab E Fig. 190, einen Magneten M, sich möglichst rasch um seine Axedrehen, so dass dessen Pole sich abwechselnd den Enden des Eisens nähern,so wird durch die Bewegung des Magneten in dem Kupferdrahte einelektrischer Strom erregt.
Man ersieht hieraus, in wie enger Beziehung dese beiden Strömungenstehen. Durch den elektrischen Strom wird die Magnetnadel von ihrerRichtung abgelenkt, eine Stahlnadel dagegen erhält durch den elektrischenStrom die bestimmte Richtung der Magnetnadel und behält diese Eigenschaftbei, Eisen wird unter dem Einfluss des elektrischen Stromes zum Magneten;anderer Seits wird durch einen magnetischen Strom Elektrizität hervorge-rufen. Man nennt diese Erscheinungen elektromagnetische Erscheinungenund die Wechselwirkungen der elektrischen und magnetischen Strömungen,welcher sie entspringen, mit dem Gesammtnamen Elektromagnetismus.
Telegraph. Die Verwendung des Elektromagnetismus ist in man-nigfacher Weise versucht worden, aber bis jetzt nur in einer Richtung vonwirklich erheblichem und grossartigem Erfolge begleitet worden. DieseRichtung ist die Verwendung elektromagnetischer Wirkungen zum Behufedes Telegraphirens.
Ein Stück mit isolirtem Kupferdrahte umwundenes Eisen, das mit demLeitungsdrahte einer galvanischen Kette in Verbindung steht, wird magne-tisch, so lange diese Verbindung dauert, es hört augenblicklich auf, magne-tisch zu sein, so bald diese Verbindung aufgehoben wird. Durch die ab-wechselnde Schliessung und Aufhebung dieser Verbindung ist man daher imStande, einen Elektromagneten zu schaffen und ihn zu vermögen, dass er ein, inseiner Nähe befindliches Stück Eisen anzieht und abstösst, je nachdem ermit dem elektrischen Strome in Verbindung ist oder nicht. Dadurch, dassman es in der Gewalt hat, die Abstossung und Anziehung des Eisen-stückes durch den Elektromagneten zu bewirken , ist man Herr über einedavon abhängende Bewegung. Diese Bewegung hat man durch die ent-sprechenden mechanischen Vorrichtungen auf einen Zeiger übertragen,der sich auf einer Scheibe, auf der die Buchstaben unsereres Alphabetesverzeichnet L.nd, in bestimmten Absätzen bewegt. Dieser Absätze sind soviele, als unser Alphabet Buchstaben besitzt. Die Absätze und die Buch-staben stehen in Uebereinstimmung. Jede Bewegung des Zeigers umeinen Absatz führt den Zeiger auf den folgenden Buchstaben. Steht derZeiger auf A, und bewegt sich 14 Absätze weiter, so steht er auf P, be-wegt er sich um 23 Absätze weiter, so steht er auf 0, um 5 Absätze undsteht er auf T, weitere 13 Bewegungen führen ihn auf H, 21 neue Be-wegungen auf E, fünf Bewegungen auf K, 19 Bewegungen auf E und da-mit würde das Wort Apotheke telegraphirt worden sein.
Die Schnelligkeit des elektrischen Stromes macht dabei theoretisch alle Ent-fernungen verschwinden. Reicht von dem Orte, wo sich die Volta'sche Bat-terie aufgestellt findet, der telegraphirende Draht zu einem auf dem entge-gengesetzten Ende der Erde befindlichen Punkte, so würde die Nachrichtdorthin, wenn dabei nur die absolute Geschwindigkeit des elektrischen Stro-mes in Rechnung käme, in einem verschwindenden Zeittheilchen gelan-gen. Befände sich die Batterie auf der Erde und der leitende Draht reichtezur Sonne, so würde unter derselben Bedingung die Nachricht dorthin innoch nicht 5 Minuten gelangen.
Der Zeiger telegraph, wie er in Deutschland noch auf einzelnen Bah-nen im Gebrauch ist, besteht aus einem hufeisenförmigen Elektromagneten. Mit
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