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Inclination. Nordlicht.
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len Lage nennt man Inclination, und den Winkel, der dadurch entstehtden Inclinationswinkel. Je näher man einem der beiden magnetischenPole der Erde kommt, um so stärker wird die Neigung der Magnetnadelund um so grösser der Inclinationswinkel, und zwar zeigt nach dem magne-tischen Nordpol der Südpol der Magnetnadel, nach dem Südpol der Nordpolder Magnetnadel. James Ross fand am Nordpol die Lage der Magnetnadelganz vertikal und den Inclinationswinkel also 90°.
Je stärker die Inclination ist, um so mächtiger der Erdmagnetismuswirkt, um so rascher gelangt die Magnetnadel in die ihr vom Erdmagne-tismus angewiesene Lage, wenn sie sich frei bewegen kann. Dies offen-bart sich durch verschieden rasche Schwingungen, welche die Magnetna-del bei dieser Veränderung ihrer Lage macht. Je näher die Magnetnadelden magnetischen Polen kommt, um so rascher werden die Schwin-gungen.
Die Declination und Inclination der Magnetnadel sind Veränderungenunterworfen. Die Ursache derselben, d.h. die Ursache der Veränderungenin den Wirkungen des Erdmagnetismus sind nicht bekannt. Schon dermagnetische Aequator ist kein Kreis, sondern eine vielfach hin und hergekrümmte Linie. Yor dem Jahr 1660 war die Declination in Europaöstlich, gegenwärtig ist sie westlich, doch aber im Abnehmen nach deröstlichen Richtung begriffen. Die Schwankungen in der Inclination undDeclination erstrecken sich aber nicht blos auf so grosse Zeiträume, son-dern sie sind auch in den verschiedenen Jahres- und Tageszeiten verschie-den. Am frühen Morgen ist die Declination am kleinsten, zwischen 12und 1 Uhr am grössten. Im Winter ist die Declination kleiner als imSommer. Für Deutschland beträgt die Declination gegenwärtig 15 bis 18°,die Inclination 65 bis 70°.
Das Nordlicht. Die Erscheinungen, die wir an künstlichen oder
natürlichen Magneten beobachten.
gehen ganz ohne Lichterscheinung' vor
sich. Trotz dem ist es wahrscheinlich, dass eines der grossartigsten undprächtigsten Licht- und Farbenerscheinungen — das Nordlicht — seineUrsache in dem Verhalten des Erdmagnetismus finden dürfte. Dem Er-scheinen des Nordlichtes geht immer ein Schwanken der Magnetnadelnvoran. Es tritt immer an jenen Orten an den Horizont, wo wir die mag-netischen Pole zu suchen haben, nahe den Polen, vornemlich am Nord-pol. In den mittleren Zonen sehen wir davon nur die mehr oder wenigerhellrothe Färbung des Horizontes. Aber in den höchsten Breitegraden solldas Anschauen eines Nordlichtes zu den wunderbarsten Erscheinungeu ge-hören, die der Schopfer dem Sterblichen vorbehalten hat. Ein dunklerhalbkugelförmiger Grund des Horizontes wird von einem allmälig hellerwerdenden Saume umgrenzt. Dieser Saum wird lichter und lichter. End-lich schiessen aus dem Berührungspunkte auf der ganzen halbkugelförmigenFläche des Saumes Strahlen empor gegen den Himmel. Diese Strahlenleuchten in den herrlichsten Farben, werden immer höher und prächtiger,bis endlich der Himmel bis zur Hälfte mit einem wunderbar prächtigenFarben - und Strahlenmeere überdeckt ist.
Electrizität.
Viele Körper können in einen eigenthümlichen, vorübergehenden Zu-stand gerathen, in welchem sie dem Magnete ähnliche, anziehende und ab-stossende Kräfte zeigen, deren Aeusserungen unter gewissen Bedingungenmit Licht und Wärmeentwickelungen verbunden sind. Reibt man z. B.