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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Zusammendrückbarkeit. Elasticität.

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mit Quecksilber oder Wasser und setzt dieses einem äusserst starken Druckaus, so treten die eingepressten Flüssigkeiten in kleinen Tröpfchen durchdie Wandungen der Röhre. Alle diese Erscheinungen und Verwen-dungsarten beruhen auf der Porosität der Körper. Wir vermögen zu be-weisen, dass sämmtliche Körper porös sind. Wo uns dies, wie z. B. beidem Glase und dem Porzellan noch nicht gelungen ist, so liegt dies nuran der Unzulänglichkeit der angewandten Mittel.

Zusammendrückbarkeit. Ein Presstuch wird voll zerstossener Man-deln gethan, unter die Presse gebracht und gepresst. Durch die Poren desTuches dringt das Oel, und die festen Bestandteile der Mandeln bleiben alsPresskuchen zurück. Aber dieser Kuchen hat, auch wenn man das Volu-men des ausgepressten Oeles hinzurechnet, kaum die Hälfte seines früherenUmfanges. Die Mandeln sind zusammengedrückt, comprimirt,diese Eigenschaft der Körper, nennt man Zusammendrückbarkeit.Sie ist vielfach wichtig. Alle Körper besitzen sie, nur wiederum in ver-schiedenem, die luftförmigen im höchsten Grade. Ein einfaches Experimentkann beweisen, wie gross der Unterschied luftförmiger und flüssiger Kör-per ist. Jedermann kennt, eine Spritze — Hand- oder Kljstierspritze.Angenommen, dass der Kolben sich luftdicht in dem Rohre bewegen lässt.Man schliesse die Mündung luftdicht und fülle das Rohr durch Eingiessen mitWasser, setze den Kolben auf und presse ihn mit Gewalt auf das in demRohre befindliche Wasser. Man wird nur in einem ganz verschwindendenMinimum im Stande sein das Wasser zusammenzupressen. Nun giesse mandas Wasser aus, dadurch füllt sich das Rohr mit Luft. Wiederum ver-schliesse man die Mündung und wiederum presse man den Kolben auf diein dem Rohre befindliche Luft. Man wird sie ohne viele Anstrengung,auch wenn neben dem Kolben und aus der Mündung keine Luft entweichenkann, bis auf den vierten Theil ihres früheren Volumens zusummenpressenkönnen. Manche Gase lassen sich durch starken Druck zu tropfbaren Flüssig-keiten comprimiren, diese nennt man coercibele Gase, andere bleiben beijedem Druck, den wir bis jetzt anzuwenden im Stande waren, luftförmig,wir nennen sie permanente Gase. Chlorgas, Kohlensäure, dieDämpfe etc. gehören zu den ersten, die atmosphärische Luft, Sauerstoff,Wasserstoff, Stickstoff etc. zu den zweiten.

Elasticität. Hört der Druck, den wir auf einen Körper geübt haben,um ihn zusammenzudrücken, auf, so beobachten wir, dass der zusammen-gedrückte Körper sich mehr oder weniger in die frühere Form zurückzu-drängen strebt. Dieses Streben der Körper die frühere Form wieder anzu-nehmen, nennen wir Elas tie ität. Die Erscheinungen, die wir dabei beob-achten, das Abprallen, Aufschnellen sind nur die Ergebnisse derselben Ei-genschaften, sie sind die Wirkungen des Gegendrucks den der Körper, plötz-lich zusammengedrückt, gegen den drückenden Körper deswegen ausübt, weiler eben seine frühere Gestalt einzunehmen trachtet. Nicht alle Körper sindgleich elastisch. Es liegt nahe, dass diejenigen Körper, die sich am mei-sten zusammenpressen lassen, auch die grösste Elastizität besitzen. Undin der That sind Gase und Luftarten vollkommen elastisch. WelchenDruck wir auch auf die atmosphärische Luft, z. B. ausüben, nach demAufhören des Druckes nimmt die Luft genau wieder ihr früheres Volu-men ein. Die flüssigen Körper sind nur in einem sehr geringem Minimumzusammendrückbar,~ um t dies | Minimum* gleichen sie aber auch ihrfrüheres Volumen wieder aus, so bald nur der Druck aufhört. Diefesten Körper sind weniger! elastisch. Keiner| unter ihnen ist vollkommenelastisch. Kautschuck, Stahlfedern, Rosshaar, Wolle, Elfenbein, Glas, Blei