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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Theilbarkeit, Porosität.

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Theilbarkeit der Körper. Die härtesten Körper sind theilbar. Wirschleifen Diamanten und Saphyre, feilen Stahl, hobeln und bohren dasEisen, sägen, schneiden, raspeln und pulvern die zähesten Körper. DieTheilbarkeit der Körper ist schon, soweit wir derselben zu folgen vermö-gen , ausserordentlich gross. Der Faden der Spinne, des Seidenwurmessind Körper von ausserordentlicher Feinheit. Der Platindraht den Wolla-ston angefertigt, hat einen löOfach höheren Grad von Feinheit als derSeidenfaden. 1 Pfund solchen Drahtes würde mehr als 1000 deutsche Meilenlang sein. Ehrenberg hat gefunden, dass die Maasse des Kieselschiefersganz aus abgestorbenen Thierchen besteht. Solcher Thierchen gehen mehrals 50,000 Millionen auf einen Kubikzoll. Und doch waren diese Thier-chen organisirte Wesen, waren umgeben mit einem Kieselpanzer, der nichtvon einem Stücke Kiesel, sondern aus Millionen Kieseltheilchen gefügt ist.Durch die chemische Analyse vermögen wir viele Körper gleichfalls inausserordentlich grosser Vertheilung nachzuweisen. Bei vielen Mettallenvermögen wir das noch bei der 100,000 fachsten Verdünnung. Einige Kör-per, wie z. B. das Chlor, das Silber, das Jod, die Schwefelsäure etc. kön-nen wir noch nachweisen, wenn ihre Zertheilung in Wasser mehr als mil-lionenfach ist. Endlich gehen aber auch hier, wie überall, uns die Mittelaus, den Körpern in ihre weiterere grössere Vertheilung zu folgen. Dieseist weit grösser als wir sie zu beobachten vermögen. Wir können durchdas schärfste Mikroskop diese Theilung nicht mehr beobachten, obwohlwir wissen, dass sie vorhanden ist. Die Frage ist: ob diese Theilung bisins Unendliche fortgeht. Man hat sich dahin entschieden anzunehmen, dassdies nicht der Fall sei, dass man vielmehr, wenn man sich diese Theilungauch über die uns zu Gebote stehenden Mittel hinaus gehend denke, dochendlich an einen Punkt gelange, wo die Körper nicht mehr weiter theil-bar seien. Diese kleinsten, nicht mehr theilbaren Körperchen hat manAtome oder Mollecüle genannt.

Porosität. Alle Körper sind aus Atomen zusammengesetzt.In keinem Körper aber sind die einzelnen Theilchen, woraus er be-steht ganz ohne Zwischenräume gebildet. Wir kennen keine Körper, inwelchen diese nicht entweder sichtbar oder nachweisbar wären.Diese Zwischenräume nennen wir die Poren der Körper und dieEigenschaft desselben, andere, luftförmige oder flüssige oder auch festeKörper aufzunehmen und durchzulassen, bezeichnen wir mit dem Aus-druck Porosität. Die Porosität der Körper ist verschieden. Papier,Leinwand, Wollengewebe, Beuteltuch haben verschieden grosse Poren.Auf der Porosität des Papiers beruht auch das Filtriren. Die Poren desFiltrirpapieres sind gross genug, um Flüssigkeiten hindurchzulassen, unddarin aufgenommenen festen Theilchen versperren sie den Durchgang. Poröserals Filtrirpapier sind Filz, Leinen- und Wollengewebe. Der hierdurch co-lirten Flüssigkeiten mengen sich schon zarte, feine, feste Körpertheilchenmit ein, sie sind weniger klar, als wenn sie filtrirt werden. Beutel-Haar-und Drahtsiebe sind noch poröser. Sie sind zum Trennen feinerer und grö-berer fester Körpertheilchen bestimmt. In südlichen Ländern — auch wohlschon bei uns — wendet man zu Wasserbehältern Flaschen aus leichtgebranntem unglassirtem Thon an (Alcaraza). Das Wasser sickert durch denThon, die äussere hohe Temperatur der Luft macht das ausgetretene Was-ser auf der Oberfläche der Flasche verdampfen. Und die hierzu erforder-liche Wärme entzieht das verdampfende Wasser zum grösseren Theile derFlasche selbst und hält so dieselbe kühl. In Amsterdam ist das Wassersehr schlecht, das Trinkwasser nur gesammeltes Regenwasser. Man filtrirtes in Cysternen durch fussdicke Steine. Füllt man eine metallene Röhre

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