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Adhäsion.
Fig. 41. und Quecksilber in zwei ganz gleich geformte
Glasbehältnisse a undb Fig. 41, so wird manein ganz verschiedenes Verhalten des Was-sers und Quecksilbers gegen die Wandungender Gefässe bemerken. In dem Behältniss a,worin das Wasser als befindlich angenom-men wird, steigt das Wasser an der Wan-dung des Glases in die Höhe und erhält dieOberfläche des Wassers dadurch die Kon-kavität, die wir in der Abbildung beobach-ten. In b, Fig. 41, ist das Quecksilber be-findlich , es steigt an den Wandungen des Glases nicht nur nicht in dieHöhe, sondern trennt sich nach Vermögen von denselben; seine Oberflächewird konvex. Noch hervortretender werden diese Erscheinungen, wennman auf die Oberfläche des Wassers und des Quecksilbers Kugeln legt;auf das Wasser eine von Holz, auf das Quecksilber eine von Eisen, Bleioder Glas.
Das Wasser in a, Fig. 42, wird nicht nurFig. 42. an den Wandungen des Glases, sondern
auch an der Oberfläche der Kugel hinauf-steigen, während das Quecksilber sich ebenso von den Wandungen des Glases als vonder Oberfläche der Kugel entfernt. Es zeigtuns sehr deutlich, dass die Anziehung desW 7 assers zum Glase eine grössere ist, als dieAnziehung des Quecksilbers zum Glase. DieUrsache hiervon, wie überhaupt für dieAeus-serungen der Adhäsionskraft verschiedenerKörper gegeneinander, hegt in dem verschie-denen Grade der Cohäsion, den die Körper besitzen.
Da die Adhäsion sich vermehrt, je mehr Oberfläche die Körper einan-der bieten, so hat man, wenn man eben jene Adhäsionsäusserungen er-reichen will, nur nöthig, die Oberfläche der Körper zu vergrössern. Soist man im Stande, eine Glasplatte, zumal eine matte, durch anhaltendesZerreiben des Quecksilbers auf derselben ganz damit zu überziehen. Ge-braucht man hierzu Quecksilberamalgam, eine Verbindung des Quecksilbersmit andern Metallen, so geschieht dies noch viel leichter. Die Bereitungder Spiegel beruht hierauf. Das Vermischen des Quecksilbers mit Fett, desWassers mit Schweineschmalz, des Oeles mit Wasser in der Emulsion,das Färben mit fein zertheilten Farbetheilchen etc. beruht gleichfalls auf denWirkungen der Adhäsion und der Vermehrung derselben durch die Ver-grösserung der Oberflächen der auf einander wirkenden Körper.
Capillar adhäsion oder Haarröhr chenanziehun g. Tauchtman ein Stück weissen Zuckers in Kaffee, so sieht man den Kaffee sichweit in der Masse des Zuckers hinaufziehen. Dieselbe Erscheinung nimmtman wahr in einem in Spiritus oder Oel getauchten Dochte, in der Ver-breitung der Tinte auf der Fläche des Fliesspapieres, in dem Aufsteigendes Saftes in den Gefässen der Pflanzen. Alle genannten Erscheinungensind die Wirkungen der Adhäsion fester und flüssiger Körper, welche zwischender Oberfläche jener kleinsten Zuckerkrystalle und dem Kaffee, der Baum-wollenfaser und dem Alkohol u. s. w. stattfindet. Vollständiger kann manden Zusammenhang der bezeichneten Erscheinung mit der Adhäsion be-obachten, wenn man eine äusserst dünne offene Glasröhre in Wasser taucht.