Druckschrift 
Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
Seite
193
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Fig. 40.

Isomorphie. Adhäsion. 193

Die sechsseitige Säule Fig. 40.

Es krystallisiren in dem rhomboidrisehen Systeme: Quarz, Zinnober,Arsenik, Antimon, Wismuth, Zinkoxyd, salpetersaures Natron etc.

Isomorphie. Einer Entdeckung Mitscherlich's verdanken wir dieBeobachtung, dass in einer Verbindung, welche eine bestimmte Krystall-form zeigt, gewisse Körper sich gegenseitig ersetzen können, ohne dassdie Krystallform der Verbindung geändert wird. Im Alaun z. B. kann dasschwefelsaure Kali, welches ein Bestandtheil des Alauns ist, durch schwefel-saures Ammoniak ersetzt werden, ohne dass die Krystallform der Verbin-dung eine andere wird. Derartige Körper, welche sich ohne Veränderungder Krystallform ihrer Verbindungen in diesen gegenseitig ersetzen können,nennt man isomorphe Körper.

Dimorphe Körper. Gewisse Körper können unter gewissen Um-ständen bei der Bildung der Krystalle wesentlich verschiedene Krystallfor-men annehmen. Solche Körper nennt man dimorphe Körper.

Amorphe Körper. Viele Körper zeigen gar keine Krystallform,man nennt sie amorphe Körper. Ein und derselbe Körper kann zuwei-len in den krystallischen und amorphen Zustand gebracht werden.

Adhäsion.

Presst man zwei Metall- oder Glasplatten fest aufeinander, so werdensie, auch wenn kein Bindemittel angewendet wird, fest auf einander haften.Grosse Glasplatten haften oft so fest aufeinander, dass sie beim Abhebenzerbrechen. Der Zusammenhang ist noch inniger, wenn man die Plattenvor dem Zusammenpressen befeuchtet. Die Ursache dieser Erscheinungliegt in der Anziehung, die von den auf der Oberfläche der Glasplattebefindlichen Theilchen auf einander geübt wird. Wir nennen diese zwischenden Oberflächen verschiedener, sich unmittelbar berührender Körper aufeinander staitfindende Anziehungskraft Adhäsion. Das Leimen, Kitten,Anstreichen etc. beruht auf Adhäsion.

Die Aeusserung der Adhäsion geschieht nur in ausserordentlich klei-nen Abständen der Körper. Sie findet bei allen Körpern gegen einanderstatt. Die Grade der Adhäsion sind verschieden. Die Adhäsion findetauch statt zwischen festen und flüssigen, zwischen festen und luftförmigen,und zwischen luftförmigen und flüssigen Körpern. Giesst man z. B. in einemit einem Pulver voll gefüllte Flasche eine Flüssigkeit, z.B. Alkohol, Wasser,und kehrt nach einiger Zeit die Flasche um, so wird alle Flüssigkeit vonden Körpertheilchen des Pulvers festgehalten werden. Ist die Menge desPulvers gering, und erfolgt das Aufgiessen des Wassers rasch, so wirdman , auch wenn das Pulver schwerer als Wasser ist, z. B. aus Quecksil-berchlorür, Bleiweiss oder dergl. besteht, bemerken, dass aus der über-gossenen Pulvermasse Luftblasen aufsteigen, die kleine Pulvertheilchen mitsich in die Höhe nehmen. Es hat diess seinen Grund in der zwischen demPulver und der atmosphärischen Luft vorhandenen Adhäsion.

Wirkungen der Adhäsion. Die Wirkungen der Adhäsion zwi-schen verschiedenen Körpern sind nicht gleich. Giesst man z. B. WasserZiurek, Elementar-Handbuch. der Pkarmacie. 13

.

m

■