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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Cohüsion. Krystall.

die Technik wichtig und vielfach verwendet wird die Cohäsionskraft derfesten Körper. Den innigsten Zusammenhang besitzen die Metalle und un-ter diesen das Eisen den grössten. Ein Eisendraht von'l Millimetre Stärketrägt 1 Centner; Drähte von demselben Durchmesser aus Kupfer 42 Pfund,Messing 00 Pfund, Stahl 6080 Pfund, 1 Pferdehaar trägt 2 Pfund, 1Menschenhaar 2 Loth, 1 Coconseidenfaden 1 Quentchen.

Cohäsion und Wärme. Der Cohäsion entgegen wirkt die Wärme.Die Wärme unterstützt von den das Wesen der Körper bedingenden Kräf-ten die abstossende Kraft. Der Aether, den wir uns als eine um die Atomeder Körper durch ihre Anziehungskraft verdichtete Hülle gedacht haben,dehnt sich unter dem Einfluss der Wärme aus. Feste Körper werden daherdurch Erwärmen flüssig, flüssige luflförmig, und luftförmige ausserordent-lich ausgedehnt. Entzieht man dagegen den Körpern Wärme, so wird dieCohäsion derselben unterstützt. Feste Körper ziehen sich in der Kälte zu-sammen , flüssige werden fest, und luftförmige flüssig und fest.

Daraus folgt auch, dass der Aggregatzustand der Körper ein relativerBegriff ist, dass er abhängig ist von der, den Körper beherrschenden Wär-meintensität und dass, wenn man von einem bestimmten Aggregatzustandeder Körper spricht, dabei immer der Einfluss einer mittleren Temperaturvorausgesetzt wird.

Krystall. Erfolgt der Uebergang eines Körpers aus seinem flüssigenAggregatzusiande in seinen festen in solcher Art, dass die Theilchen desKörpers sich in bestimmten Richtungen anziehen und der entstandene Körpereine regelmässige, von glatten Flächen eingeschlossene Gestalt annimmt,so nennt man einen solchen Körper einen Krystall, den Vorgang selbstKry stallisation.

Zur Bildung eines Krystalles gehört, dass die Atome, die denselbenbilden sollen, frei hewegiich den einenden Kräften ungehindert folgen kön-nen. Dazu ist erforderlich, dass die Atome in flüssigem Zustande sind.Kein Körper kann krystallisirt erhalten werden, der nicht auf irgend eineWeise vorher in den tropfbar flüssigen oder lufiförmigen Zustand versetztworden ist. Alle, auch die härtesten, scheinbar unlöslichsten Krystalle,z. B. Diamant, Saphir, Bergkrystall müssen einst in einem derartigen Ag-gregatzustande gewesen sein. Feste Körper werden entweder durch Auf-lösen in Flüssigkeiten oder durch Schmelzen in den flüssigen Aggregatzu-stand übergeführt. Die erste Methode wendet man vorzugsweise bei denSalzen, die zweite bei den Metallen, Schwefel etc. an.

Damit nun aber aus dem flüssigen Zustande die festen Krystalle sichaussondern, muss dem flüssig gemachten Körper das Auflösungsmittel wie-der entzogen werden. Dieses Auflösungsmittel ist im ersten Falle dasWasser oder die auflösende Flüssigkeif, im zweiten Falle die Wärme. DasWasser wird durch Verdampfen entfernt. Die Wärme durch allmäligesErkalten. Wenn ein Körper bei seinem Uebergange aus dem flüssigenZustande in den festen die regelmässige Gestalt eines Krystalles annehmensoll, so muss dieser Uebergang sehr allmälig und langsam geschehen. Beirascher Abkühlung und Ausscheidung werden zu viel Körpertheilchen aufeinmal starr, wobei dann ein Theilchen das andere hindert die regelmäs-sige Gestalt anzunehmen. Salze, die man zum Behufe ihrer Krysfallisationlöst, sind meistens in heissem Wasser reichlicher löslich als in kaltem.Man erhält aus ihnen Krystalle, indem man eine gesättigte heisse Lösunglangsam erkalten lässf.

Um Metalle oder Schwefel schön zu krystallisiren, stösst man, so wiedie geschmolzene Substanz bei dem Erkalten auf der Oberfläche eine feste