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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Cohäsion.

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Jedermann weiss, sehr verschieden von denen des metallischen Eisens unddes Sauerstoffes sind. Eben so verschieden sind auch die Eigenschaften desChlorwasserstoffes von denen des Chlors und des Wasserstoffes. Dieser-halb gehören auch die Erscheinungen der chemischen Verwandtschaft indas Bereich der Chemie.

Endlich beobachten wir auch zwischen den sich nicht unmittelbar be-rührenden Körpertheilen eine Anziehung. Diese äussert sich in unmerklichkleinen und in den ungeheuer weitesten Entfernungen. Die anziehendeKraft zwischen sich nicht berührenden Körpern, die sich in den kleinstenEntfernungen äussert, nennen wir Adhäsion; wenn sie sich in weiterenund in den weitesten Entfernungen äussert, nennen wir sie Schwerkraftoder Schwere und Gravitation.

Cohäsion.

Vermöge der, auf jeden Körper einwirkenden Grundkräfte, von denendas Wesen eines Körpers überhaupt abhängig ist, muss auch jeder Körpereinen gewissen Zusammenhang haben. Eisen, Wasser, Luft, alle uns be-kannten Körper haben einen solchen Zusammenhang, denn sie setzen derTrennung einen Widerstand entgegen. Dieser Zusammenhang ist nicht dieWirkung einer Kraft, sondern dasErgebniss der Wechselwirkung der bei-den Grundkräfte. Wir vereinen aber die Wechselwirkung beider Kräfte zueiner einzigen und bezeichnen die Ursache des Zusammenhanges der Körper,das Zusammenwirken der abstossenden und anziehenden Kräfte als Co-häsion.

Aggregatzustand der Körper. Von dem grösseren oder gerin-geren Grade der Cohäsionskraft ist auch die grössere oder geringere Innig-keit des Zusammenhanges der Körper abhängig. Im Eisen ist die Cohä-sionskraft grösser als im W'asser, im Wasser grösser als in der atmosphä-rischen Luft. Es ist also auch der Zusammenhang des Eisens ein innigerer,als der Zusammenhang des Wassers, der des Wassers grösser, als der der Luft.

Diese Verschiedenheit des Zusammenhanges der Körper äussert sichin dreierlei wesentlich von einander abweichenden Graden. Bei einigenKörpern ist der Zusammenhang so innig, dass sie dadurch in den Zustandder Starrheit gerathen und in diesem selbständige Grenzen, also unverän-derliche Volumina, d. i. eine Gestalt besitzen, diese Körper nennen wirfeste Körper. Metalle, Steine, Holz etc. sind feste Körper. Körper,deren Zusammenhang geringer ist, deren Theilchen leicht verschiebbarsind, deren Volumen unveränderlich ist, die aber keine selbständigen Gren-zen mehr haben, die ihre Behältnisse im Verhältniss zu ihrer Masse vomBoden aufwärts mit horizontaler Oberfläche ausfüllen, nennen wir flüssigeKörper. Quecksilber, Wasser, W T ein etc. sind flüssige Körper. So fülltein halbes Maass Wasser eine Maassflasche vom Boden aufwärts nur halban, und die Oberfläche des Wassers ist horizontal. Besitzen die Körper-theilchen noch weniger Zusammenhang, sind sie noch verschiebbarer, ohneselbstständige Grenzen und ohne unveränderliches Volumen, erfüllen sieihre Behältnisse nach allen Seiten gleichmässig, so nennen wir diese Kör-per luftförmig. Eine Blase Schwefelwasserstoffgas erfüllt den Baum ei-nes Zimmers gleichmässig; ebenso die atmosphärische Luft.

Diese verschiedenen Zustände der festen, flüssigen und luftförmigenZustände der Körper bezeichnet man mit dem Ausdruck Aggregat zu-stände der Körper.

Cohäsions grade. Der Zusammenhang der Körper ist bei den ein-zelnen festen, flüssigen, luftförmigen Körpern wiederum verschieden. Für

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