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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

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Nach der richtigen Wahl der Verhältnisse der Ingredienzien folgt de-ren Einigung, das Anstossen der Pillen masse. Die dazu erforder-liche Manipulation ist sehr einfach die des Durchknetens. Sie erfordert nuretwas Anstrengung. Man darf dabei die Kräfte nicht schonen. Die Massemuss durchaus gleichförmig und zähe sein. In den meisten Fällen erlangteine Pillenmasse bei ihrer kundigen Bearbeitung einen solchen Zusammen-hang, dass sie sich von selbst von den Wänden des Mörsers löst. NurPillenmassen, in denen Wachs oder auch Süssholzsaft etc. das Bindemittel sind,thun dies nicht, sondern adhäriren an den Wänden des Mörsers stärkerals in sich und müssen mit dem Spatel herausgenommen werden.

Das Formen der Pillen masse zu einzelnen Pillen geschieht aufden Pillenmaschinen. Die Anschauung einer solchen genügt für die Artihrer Anwendung. Der Arzt gibt in der Verordnung die Anzahl der zuformirenden Pillen entweder in bestimmten Zahlen, oder durch Bestimmungdes Gewichts an, welches jede einzelne Pille erhalten soll. In der Vornahmeder Formirung macht die Art dieser Angabe keinen Unterschied. DasFormstück der Pillenmaschinen, das nach dem besonderen Bedürfniss ent-weder aus Eisen oder aus Holz ist, hat 30 Kanäle. Bestimmt der Arztdie Anzahl der Pillen unter 30 z. B. 20, so rollt man aus der gefertigtenPillenmasse eine gleichmässige Rolle , die in ihrer Länge der Ausdehnungvon 20 abgezählten Kanälen entspricht, legt die Rolle auf den untern Theildes Formstückes, setzt den oberen darauf und schneidet durch rasches Hin-und Herbewegen des obern Formstückes auf dem untern die Rolle in diebestimmte Zahl gleicher runder Theile. Ist die bestimmte Anzahl der Pil-len grösser als 30, so dividirt man die zu fertigende Anzahl durch 30 undbestimmt hiernach durch ganz gleiche Division der Masse die Anzahl derPillen. Die Erleichterung bei der Eintheilung lernt man bald. Hat man40 Pillen zu formiren, so theilt man die Masse in gleiche Theile undmacht aus aus jedem Theil 20 Pillen, bei 50 macht man aus je einem Theileder Masse 25 Pillen u. s. w. Die Theilung der Masse selbst geschieht amgeeignetsten durch die Waage. Will man sich das Theilen der Masse durchAbtheilung derselben auf dem Formstück der Pillenmaschinen erleichtern,so muss, wenn man dazu genaue Uebung besitzt, die Theilung ausseror-dentlich sorgsam unternommen und am zweckmässigsten durch Correctionvermittelst der Waage unterstützt werden. Der Vorgang der Abtheilungist derselbe, wenn der Arzt die anzufertigende Anzahl der Pillen durch An-gabe des Gewichtes der einzelnen Pillen bestimmt. Gewöhnlich werdenPillen von 2 Gran Schwere verordnet. Doch auch Granpillen, 3 und 4Gran-Pillen sind im Gebrauch. Da die einzelnen Ingredienzen, welche diePillenmasse ausmachen, gewogen werden, oder in den Fällen , wo diesnicht bei allen geschehen ist, die fertige ganze Pillenmasse gewogen wer-den muss, so ist die Theilung sehr einfach. Aus einer Drachme werden 60Granpillen, 30 Zweigranpillen, 20 Dreigranpillen etc. formirt.

Bei einiger Uebung und bei guten Pillenmaschinen gelangen die ab-geschnittenen einzelnen Pillen vollkommen rund aus dem Formstück derPillenmaschinen. Immer ist dies jedoch nicht der Fall. Die Pillen bedür-fen einer Nachhülfe, damit sie ihre vollkommene Rundung erhalten. Auchhier muss der Receptarius sein eigner Controleur sein. Er wird sich selbstsagen, dass es von dem Gesichtspunkte der Reinlichkeit erwünscht ist, diePillen so wenig wie möglich zwischen den Finger zu rollen und zu drücken,zumal wenn diese von Schweiss oder Schmutz nicht rein sind.

Die Pillen sollen nach ihrer Formirung rund, gleich gross und hartsein. Trotz letzterem besitzen sie fast immer so viel Adhäsionskraft, dass