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Defectur.
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und Absicht nur Anerkennung und Unterstützung in der Berechnung zufinden. Sind die Rohmaterialien ihrem Preise nach festgestellt, so hat danndie Berechnung der Arbeitskosten zu folgen. Diese ist schon schwieriger.Es erfordert dies die Normirung der Kosten für die Arbeitskräfte, die Ko-sten für die Abnutzung der Utensilien und die Berechnung des Feuerungs-materiales oder irgend welcher anderer noch in Erwägung kommender be-sonderer Eventualitäten. Als Arbeitskräfte sind zu berechnen: die Kostenfür die Erhaltung des Laboranten und die Taglöhnung des Stössers; fürBenützung der Utensilien und Apparate schreibt sich jeder Fabrikant, jenach der'Kostspieligkeit und der Dauerhaftigkeit jener jährlich 5—20 pC. ihresWerthes zu gute. Als Beispiel diene ein Dampfapparat. Derselbe kostesammt Einrichtung 400 Rthlr. Der Satz für seine Abnützung mit 5 pC. an-genommen, macht für das'Jahr, für 300 Arbeitstage 20 Rthlr, für einen Tagalso 2 Sgr. Wo Apparate zerschlagen oder so verdorben werden, dass sieeiner Reparatur bedürfen, oder nicht mehr zu gebrauchen sind, müssen die-selben besonders in Rechnung gestellt werden. Sodann sind die Kostenfür die Feuerung zu berechnen.
Der Verbrauch und der Kostenpreis des Feuerungsmaterials mussden Laboranten wesentlich interessiren. Er muss durchaus wissen, was dieTonne Kohlen oder Coaks, der Haufen oder das Tausend Torf kostet, wie-viel davon täglich verbrannt wird und wieviel mithin die tägliche Feuerungdes Dampfkessels oder "Windofens kostet. Ist dies der Fall, dann hater nur den Zeitraum der erforderlich gewesenen Benützung des Dampf-apparates oder des Windofens zur Verfertigung des Apparates in Rechnungzu ziehen, um beiläufig zu wissen, wieviel die Auslagen für die bei einemPräparate, nöthig gewesene Feuerung betragen haben. Ist diese Berechnungbeendet, sind die Ankaufspreise der Rohmaterialien, die Kosten der Berei-tung, der Abnützung der Utensilien etc. auf die erhaltene Ausbeute übertra-gen worden, dann vergleiche der Laborant die Kostenpreise dieses seinesEz'zeugnisses mit den Preisen, welches dasselbe Fabrikat in den Preislistender chemischen Fabriken hat und erwäge an diesen, ob er [mit Nutzenoder Schaden für seinen Principal gearbeitet hat. Die derartige, mit Pflicht-gefühl und Gewissenhaftigkeit ausgeführte Berechnung wird, wie sie ebennicht mehr als eine Pflicht des Laboranten ist, den Sinn und das Verständ-niss für den eigentlichen Zweck der pharmaceutischen Fabrikation fördern;es werden demjenigen, der diesen Zweck nie aus den Augen verliert, sichauch die geeigneten Mittel zur Ausführung bieten und einstens ihm selbstzum Nutzen gereichen.
Eintheilung derArbeit. Im Allgemeinen wird über die für diepharmaceutische Fabrikation bestimmte Zeiteintheilung durch die Geschäfts-ordnung entschieden. Wie Jedermann in dem Geschäftsbetriebe , so hatsich auch der Laborant dieser durch die Geschäftsordnung getroffenen An-ordnung zu fügen. Auch kann der Laborant nicht stets mit Gewissheit amBeginne des Tagwerkes über die vorzunehmenden Arbeiten bestimmen.Manchmal kommen ganz unvorhergesehene und unaufschiebbare Arbeitendazwischen. Dies ist aber, namentlich in einer gut geleiteten Defectur, dochnicht sehr häufig der Fall; überwiegend hängt/innerhalb der von der Ge-schäftsordnung gegebenen Zeit, die Bestimmung der täglich vorzunehmen-den Arbeiten und deren Reihenfolge, die Bestimmung der eigenen Thätig-keit, wie über jene der ausserdem im Laboratorium beschäftigten Personenvon dem Laboranten ab. Von der richtigen Eintheilung der täg-lich vorzunehmenden Arbeiten und von der richtigen Ver-keilung derselben hängt zum grossen Theile die Producti-vität des Laboranten ab.