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Der praktische Apothekenbetrieb.
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erzeugte Dampf sowohl in die Destillirblase DB1 als in alle Abdampfstel.len durch die Zweigdampfleitungsröhren ZR geführt werden kann. WLRist das Wasserleitungsrohr, aus welchem der Dampfkessel gespeist, die De-stillirblase gefüllt und das Kühlgefäss versehen werden kann. Sie steht miteinem, im zweiten Stockwerke des Seitengebäudes befindlichen Bassin unddieses mit den Berliner Wasserwerken in Verbindung. D Bl ist die Destil-lirblase, in welcher ebenso mit Dampf als vermittelst unmittelbarer Feuerungdestillirt werden kann. K G ist das Kühlgefäss, K C ist ein doppelter Cy-linder, in welchen bei R' und R" die zur Aufnahme der Destillate be-stimmten Röhren führen und der innen durch Hahn H und aussen durchHahn H' mit kaltem, aus dem Wasserleitungsrohre strömenden Wassergekühlt werden kann. A R ist das Abflussrohr. 1, 2, 3, 4 sind Abdampf,stellen, aus Metall gefertigte geschlossene Trommeln, in welche der Dampfdurch die Zweigrohre eintritt. Der Eintritt und die Absperrung desDampfes wird durch Schraubenventile geregelt. Hier geschehen die mei-sten der täglichen Arbeiten. Extract- und Salzlösungen werden abgedampft,Pflaster und Salben geschmolzen, Pasta gemacht, Infusa und Decocte an-gesetzt u. s. w. Auf Abdampfstelle 1 werden ätherische oder spirituöseFlüssigkeiten aus Retorten destillirt; Aether, Chloroform, Aceton rectifl-cirt. In solchen Fällen wird die Retorte vermittelst passender Ringe aufdie Trommel 1 gesetzt und durch eine passende Röhre mit den KühlrohrR" verbunden. Die Dampflrommel 4 befindet sich in dem geschlossenenHeerde. Inj vorkommenden Fällen können dort Lösungen von übelriechen-den Gasen befreit und abgedampft werden. R A ist der Rührapparat, derdurch ein aussen hängendes Gewicht in Bewegung gesetzt wird. Durchdas Rad R wird die bewegliche Rührstange RS', durch diese die horizon-tale Rührstange RSt" bewegt. An die horizontale Rührstange RSt" kön-nen mit Spathen versehene Riihrstangen befestigt werden, die in jededer 3 Abdampfstellen 1,2,3 reichen, und die auf denselben befindlichenLösungen auf der Oberfläche durchrühren. GH ist ein nach dem Labora-torium zu durch Glasfenster abzuschliessender, mit dem Schornstein ver-bundener Heerd. Es ist dies eine sehr praktische Einrichtung. Hinter dem-selben befindet sich die Dampftrommel 4 , die mit dem Dampfrohr in Ver-bindung steht; ausserdem der Feuerheerd TF. Hier werden alle auf freiemFeuer vorzunehmende Schmelzungen, Abkochungen etc. vorgenommen. Was-serdampf, Russ, riechende Gase etc. entweichen, ohne dass sie den Labo-ranten belästigen, oder die im Laboratorium auszuführenden Arbeiten ver-in den Schornstein.Auf welche Weise nun auch der Dampfapparat eines Laboratorium ein-gerichtet ist, eine Obliegenheit erfordert er in allen Fällen : sorgsame War-tung. Wo ein Apparat im Betriebe ist, da beruht auf seiner richtigen Hand-habung fast allein die Förderung der Arbeit. Der Apparat muss den gan-zen Tag seine Schuldigkeit thun, und da er ein gehorsames Werkzeug ist,so erkennt man an der Art, wie er diese Schuldigkeit thut, auch zugleichdie Fähigkeit des Leiters. Der Apparat muss täglich zur richtigen Stundegeheizt, mit der erforderlichen und ausreichende Mengen Wasser versehen wer-den und beim Geschäftsanfang im Gange sein, d. h. das Wasser des Dampf-kessels muss dann im Kochen sein Von da ab muss während der gan-zen Arbeitszeit keine Unterbrechung eintreten. Es muss nicht gestattet sein,kochendes Wasser aus dem Dampfkessel zu entnehmen ; es muss nicht er-forderlich werden, kaltes Wasser nachzugiessen und es muss stets so vielFeuer auf dem Heerde sein, dass das Wasser des Dampfkessels im Kochenbleibt. Nächstdem ist es erforderlich, die Arbeit so einzutheilen, dass derDampf nicht ungenutzt verloren geht und das Feuerungsmaterial ver-