Druckschrift 
Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
Seite
117
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Defectur. 117

Dampfapparat oder die Destil-lirblasen heizen , reichen dieFig. 11. Flächen dieser in den Feuerungs-

raum hinein.

Die Leitung und Unterhal-tung des Feuers ist ein sehrwichtiger Zweig der Technik.Es ist dieselbe eine der Haupt-förderungsmittel der Arb*Ohne die Leitung der FeuCi angrichtig zu verstehen, wirdman kein brauchbarer Defec-tarius. So empyriseh diesscheint, so möchte doch Je-dem anzurathen sein, sichdamit zu beschäftigen undnicht eher abzustehen, bis mandiese ungewohnte Arbeit ver-steht. Hat man den dabeivorgehenden Prozess und denzu erreichenden Zweck vor Au-gen , so ist dies auch garnicht schwierig. Das Feueran-zünden geschieht mit Materia-lien, die leicht entzündbarsind. Das Auflegen der Koh-len geschieht erst nach dem

_______ voll-ständigen Aufflammen des

Holzes. Das Durchrühren derGluth zur Entfernung derAsche geschieht nur nachVerglühen der Kohlen. Ebendann darf auch erst das Nach-legen neuer Kohlen geschehen.Das Auflegen der Kohlen muss in nicht zu grosser Menge geschehen undbesonders dabei der richtige Zeitpunkt eingehalten werden.

Trockenofen. Besondere Aufsicht und Sorgsamkeit erfordert derTrockenofen. Eine grosse Menge der Arzneistoffe, welche zertheilt werdensollen, müssen vorerst getrocknet werden. Ausserdem erfordern vieleSalze, Extracte und anderweitige Präparate die Anwendung möglichstgleichmassiger, nicht zu hoher Temperatur. Man sucht dies in einem be-sonderen Ofen, dem sogenannten Trockenofen zu erreichen. Die Construc-tion ist verschieden. In den meisten Laboratorien benutzt man dazu dieaus den am öftesten geheizten Feuerimgsräumen ausgehenden Leitungsröh-ren. Selten heizt man die Trockenöfen besonders. Wie aber auch seineConstruction ist, so ist sie immer darauf berechnet: eine möglichst gleich-massige und dauernde nicht zu hohe Temperatur zu erzielen. Es ist sehr wich-tig, diese zweckentsprechend zu verwenden. Die Wärme übt einen sehr gros-sen Einfluss auf die Arzneistoffe, Unter keinen Umständen muss man einenderselben der Wärme länger ausgesetzt lassen, als dies unumgänglich erfor-derlich ist. Dies gilt sowohl von den zusammengesetzten Arzneimitteln, alsauch von den einfachen, die man behufs der mechanischen Zertheilung aus-