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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

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befeuchten. Die Flüssigkeit muss allmälig, von geringer Höhe, in dünnemStrahl, auf die Seitenfläche des Filtrum gegossen werden.

Den Apparat selbst muss man sich zusammensetzen, so zweckmässigals eben Trichter, Cylinder oder andere Gefässe zur Hand sind. Ausserden allergewöhnlichsten Vorsichtsmaassregeln hat man darauf zu achten,dass der Trichter auf das Gefäss, in welches die filtrirende Flüssigkeit ab-tropft, nicht luftdicht schliesst, weil in diesem Falle die herabfallenden Tropfeneinen steigenden Luftdruck zu überwinden haben und aus solchem Grundeim Herabrinnen aufgehalten werden.

Presse. In sehr vielen Fällen geschieht die Trennung der Lösungenvon den Stoffen, aus welchem die Lösung geschehen, durch das einfacheColiren mangelhaft. Die Adhäsion der Flüssigkeiten zu den porösenGeweben der Vegetabilien ist sehr bedeutend. Dieserhalb halten dieselbenvon den Flüssigkeiten oft grosse Mengen zurück, welche nur durch starkenDruck von ihnen entzogen werden können. Ein gleiches gilt von manchenNiederschlägen, die man von dem Auswaschwasser zu trennen hat. Hierist es die grosse Zertheilung der Niederschläge, welche die Adhäsivkraftauf die Flüssigkeiten übt. Auch natürliche Bestandtheile der Pflanzen odereinzelner Pflanzentheile z. B. Frucht- oder Pflanzen-Säfte, fette Oele etc. erhältman aus jenen nur durch Anwendung starken Druckes. Als Mittel hierzu dientdie Presse. Die Presse besteht im "Wesentlichen aus einem Körper vongrosser Cohäsionskraft, vermittelst dessen man den Druck unmittelbar übtund aus Vorrichtungen, durch welche man die Kraft des menschlichenArmes potenzirt. Als Körper von grosser Cohäsionskraft wendet man dieMetalle an, gewöhnlich eiserne oder zinnerne Platten oder Kasten. ZurErhöhung der Kraft des Armes dient die Schraube und der Hebel. DasNähere darüber in dem physikalischen Theile des Lehrbuches. Die Ein-richtungen, durch welche diese beiden Mittel zur Verwendung kommen, sindsehr verschieden ; fast in allen Laboratorien sind sie für die vorliegendenZwecke ausreichend.

Beim Pressen ist zu berücksichtigen: die zweckmässige Wahl undHandhabung des Presstuches. Es muss sowohl durch die Grösse der Po-ren des Gewebes, durch die Widerstandsfähigkeit desselben und durch seineFaltung die abfliessende Flüssigkeit hinreichend frei von festem Körperdurchlassen und dem Drucke den erforderlichen Widerstand leisten.

Das Pressen selbst, die Anwendung des Druckes muss nur allmäliggeschehen und nur zu Ende der Operation die volle Gewalt des Armes an- 'gewendet werden. Sind zwei Schrauben zur Benutzung angebracht, somuss der gehörige Wechsel beobachtet werden.

Die zur mechanischen Mengung erforderlichen Utensilien.

Die mechanische Mengung der Arzneistoffe wird auf die einfachsteWeise vollzogen. Die Instrumente, deren man sich dazu bedient, sind: Mör-ser von Steinzeug zur Mischung von Pulver; Siebboden, Bretter, Kästen zurMischung von Species; Flaschen, Töpfe Satten zur Mischung von Flüssig-keiten; Pfannen, Kessel; Holzschüsseln zur Mischung von Pflaster, Salben,Pasten etc.

Die Handhabung beruht auf den einfachsten Manipulationen. DerZweck ist überall: die möglichst gleichmässige Mischung, bei Vermeidungdes Verlustes an Arzneistoff. Die Wahl und die Anwendung der Utensi-lien für die einzelnen Fälle muss sich aus dem jedesmaligem Erfordernissund dem vorhandenen Vorrathe an Utensilien ergeben.