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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

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scharf und fliese wie die Unterlage sehr hart sein. In senkrechter Rich-tung auf dem Waagebalken steht die Zunge oder der Weiser. ZurAufnahme der Gewichte und des zu wiegenden Körpers hängen an beidenEnden des Waagebalkens die Waageschalen. Ohne Belastung mussder Waagebalken eine vollkommene horizontale, die Zunge eine vollkom-mene senkrechte Richtung annehmen. Zeigen beide diese Richtung, wenndie Waage belastet ist, so ist der gewogene Körper und das Gewicht imGleichgewicht.

Die vielfachen Unterschiede in den Gewichtsmengen der zu wiegen-den Körper und das erforderte Wiegen von festen und tropfbar flüssigenKörpern macht es nöthig, dass in den Apotheken Waagen von sehr ver-schiedener Grösse und Beschaffenheit in Gebrauch sind

Im Allgemeinen unterscheidet man Tarirwaagen und Hand-waagen.

Tarirwaagen sind an einem festen Punkte aufgehängt oder ge-stützt und haben flache Waageschalen. Sie dienen zum Wiegen von Flüs-sigkeiten. Hierzu ist es erforderlich die Gefässe erst zu wiegen, welchedie Flüssigkeiten aufnehmen sollen.

Das Gewicht eines solchen Gefässes nennt man die Tara. DasGewicht des Inhaltes nennt man das Nettogewicht. Nettogewicht undTara geben das Bruttogewicht. Von dem Worte Tara haben dieTarirwaagen den Namen. Die feinsten Tarirwaagen nennt man auchchemische W T aagen. Im Verhältniss zu den zu wiegenden Mengenwachsen die Umrisse der Waage.

Ausser den in der Apotheke in Gebrauch begriffenen Waagen sindderen im Laboratorium, dem Keller und der Materialkammer. Auch festeKörper, wenn deren Gewichtsmenge grösser ist als 1 Pfund, wiegt mangewöhnlich auf Tarirwaagen. Diese sind so gross vorhanden, dass mannöthigenfalls Waare im Gewichte von Centnern wiegen kann. Man bedientsich hierzu mit Vortheil der Brückenwaagen.

Die Handwaagen haben zum Hängepunkte den Daumen und denZeigefinger der linken Hand des Wiegenden. Die Schalen der Handwaa-gen sind, da sie zur Aufnahme trockner Stoffe zu dienen haben coneav.Zum Gebrauche in der Apotheke sind grössere und kleinere Handwaagennöthig. Für kleine Gewichtsmenge bis zu '/ 4 Gran und Gewichtsmengenbis zu mehreren Pfunden sind mehrere nach ihren Grössenverhältnissenund ihrem Material verschiedene Waagen erforderlich. Die Waageschalender kleineren und mittleren sind gewöhnlich aus Hörn, zuweilen aus Por-zellan oder Silber, die der grössten aus Messing oder Kupfer. Die Waa-gebalken der kleinen und mittleren sind aus Messing, die der grösserenaus Eisen.

Als Erforderniss einer guten Waage gilt ihre Empfindlichkeit. DieseEmpfindlichkeit muss bei allen im Verhältniss zu ihrer Belastung stehen.

Die Empfindlichkeit hängt von der richtigen Construction derWaage ab, von der richtigen Entfernung des Schwerpunktes von demUnterstützungspunkte , von der verhältnissmässigen . Länge, Leichtigkeitund Festigkeit des Waagebalkens. Die Dauer der Empfindlichkeit einergut construirten Waage hängt von der Behandlung ab, welche man ihrbei ihrem Gebrauche zu Theil werden lässt.

Man darf eine Waage niemals über das ihr zukommende Gewicht be-lasten. Durch die so veranlasste grosse Reibung wird der Zapfen auf sei-ner scharfen Kante stumpf und dies vermindert die Empfindlichkeit derWaage. Sodann darf man die Wage niemals in einer einseitig belasteten