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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Handverkauf. Synonymia. Waage und Gewicht.

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allgemein verbreiten. Es ist gewissermassen eine Verpflichtung des Apo-thekers , insbesondere aber dessen, der den Handverkauf expedirt den Ge-brauch richtiger Arzneinamen zu lehren. Wer dies thut wird an seinerStelle eben so nützlich für die allgemeinen Zwecke der menschlichen Ent-wickelung sein als wie der Professor auf seinem Lehrstuhl. Aber auchdem Begehr obsoleter, unwirksamer Arzneimittel hat der Apotheker nach-zukommen. Dieserhalb muss er nicht sowohl blos die richtigen deutschenArzneinamen, sondern auch jene kennen, die von dem Landvolke in Gebrauchsind. Es ergiebt dies oft für ein und dasselbe Arzneimittel vielfache Bezeich-nungen (Synonymia). Sie sind entweder durch Corrumpirung oder Verän-derung der Laute der richtigen Arzneinamen entstanden, oder es sindwirkliche Provinzialismen. So weit es möglich war, sind sie in dem che-misch -pharmaceuiisehen, in dem botanisch-pharmacognosfischen Theile desLehrbuches und im Index angegeben. Aber diese aufgenommenen Bezeich-nungen sind begreiflicherweise für die ausserordentlich vielfachen und ab-weichenden, in Deutschland gebräuchlichen, provinziellen Bezeichnungennicht ausreichend. Die unmittelbare praktische Unterweisung kann diesel-ben allein erschöpfend lehren. Zu empfehlen ist aber, dass man auch dieseKenntniss sich durch eine Art Studium verschafft, in welchem die Erwägungder im provinziellen Gebrauch begriffenen Sprachlaute und die Beziehung derNamen auf die richtigen Arzneinamen die Grundlage bilden müssen. Zubeachten ist ferner dabei, dass man derartige Synonymia, welche man auf-gelöst und verstanden hat zu dem Verzeichniss der Arzneinamen in dieHandverkaufstaxe beischreibt und der Art sie durch Tradition dem spä-teren Gebrauche vorbehält.

Waage und Gewicht.

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Die nächste Aufgabe des Lehrlings ist: Mit dem Gebrauche der Waageund des Gewichtes vertraut zu werden.

Gewicht in allgemeiner Bedeutung bezeichnet die WirkungSchwerkraft. Das nähere über die Aeusserungen und den EinflussSchwere ist in der Physik abgehandelt. Gewichtewisse Einheiten, nach denen man durch Vergleichungderer Körper bestimmt. Das Instrument, womit diesWaage.

Die Waage ist das wichtigste Instrument des Apothekers, sie istsein anderes Gewissen; es ist die erste Verpflichtung desApothekers richtig zu wiegen.

Das Wiegen selbst erlernt man mit einiger Aufmerksamkeit sehr bald.Praktische Uebung ist hierin der beste Lehrmeister. Nie aber hat man,wenn man es gelernt hat, Sorgsamkeit und Genauigkeit ausser Acht zulassen. Wer nicht genau wiegt, ist ein schlechter Apotheker.

Einige technische Erklärungen über die Construction der Waage wer-den das Verständniss ihres Gebrauches erleichtern. Die physikalischenGesetze, worauf sich die Waage gründet, und ihr näherer Zusammen-hang mit der Construction derselben findet sich in der Physik abge-handelt.

Die Waage ist ein gleicharmiger Hebel. An der Einigungsstellebeider Arme, die den Waagebalken ausmachen ist der Zapfen ange-bracht. Der Zapfen schneidet den Waagebalken in verticaler Richtung.Vermittelst des Zapfens und auf den scharfen Kanten dieses ruht der Waa-gebalken auf der Unterlage. Die Kanten des Zapfens müssen sehr

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