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Der praktische Apothekenbetrieb.
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Liquor. Lösung. Die Bezeichnung Lösung begreift in sich dieLösung von Salzen. Liquor ammoniaci seu ammoniae, Ammoniaklösung,Einige Pharmacopöen haben für die Salzlösungen die Namen des Salzesmit der Bezeichnung solutus oder liquidus angenommen.
Atel. Honig. Der Honig (/j,efo — mel) war schon von früh anals Arzneimittel in Gebrauch. Den von den Unreinigkeiten gereinigten klarer,abgeschäumten Honig nennt man mel depuratum oder despumatum gereinig.ten oder abgeschäumten Honig. Honig, der mit einem Aufguss von Rosen.blätter abgedampft ist, heisst mel rosatum, Rosenhonig.
Oleum. Oel. Von ro elaiov gebildet, Oel machte ein Häupter-zeugniss der griechischen Inseln aus. In der Mythe lässt Kadmos die Bewoh-ner der griechischen Inseln zwischen dem Oelbaum und dem Pferde wäh.len und die Wahl traf den Oelbaum. rb elaiov bezeichnet ursprünglichauch nur das von dem Oelbaum kommende Oel. Nach und nach dehnteman den Begriff auf alle dem Olivenöle in äusseren Eigenschaften gleichenFlüssigkeiten aus, so dass sogar die Schwefelsäure oleum vitrioli genanntwurde. Als gebräuchlicher Collectivname bezeichnet jetzt oleum die fettenund ätherischen und einige brenzliche Oele. Oleum olivarum, Olivenöl,oleum lini, Leinöl, oleum papaveris, Mohnöl, oleum rosarum, Rosenöl,oleum bergamottae, Bergamottöl, oleum animale foetidum, stinkendesThieröl etc. Alle diese sind von ölig flüssiger Beschaffenheit. Oleunicacao, Cacaoöl, oleum nucistae, Muskatnussöl, oleum lauri, Lorbeerolmachen davon eine Ausnahme. Sie sind von Salben- und Talghärte.
Oxymel. Sauerhonig. Sauerhonige sind Mischungen von Honig mitArzneiessigen. Sie waren früher sehr gebräuchlich. Das Wort ist gebildetaus 6%i)g sauer und to fielt der Honig. Gegenwärtig ist die Zahl derSauerhonige sehr beschränkt, Oxymel simplex, einfacher Sauerhonig,oxymel Scillae seu sciiiiticum, Meerzwiebel-Sauerhonig.
Paula. Pas t.a, Pasta ist eine vielfach von alten lateinischen Aerztengebrauchte Arzeiform. Sie bedeutet einen dichten zähen Teig. DieBestandtheilewurden früher durch den Namen pasta nicht näher bezeichnet. Es gab Zahnpa-sten, Seifenpasten u. dgl. Als Collectivname bezeichnet pasta jetzt einen derHauptmasse nach aus Zucker bestehenden festen zähen Teig. Pasta gum-mosa seu althaeae, Altheepaste, pasta glycyrrhizae, Süssholzpaste.
Pulpa. Muss. Pulpa bedeutete einen Fruchtbrei. Süsse oder säuer-liche Früchte wurden zerdrückt und mit Honig vermischt genossen. Einigederselben gab man den Kranken und sind dieselben in den Arzneischatzübergegangen. Gegenwärtig wendet man an Stelle des Honigs Zucker an.Die Zahl derselben ist bis auf pulpa tamarindorum, Tamarindenmuss be-schränkt.
Pulvis. Pulver. Pulver ist eine sehr vielfach gebrauchte allgemeineBezeichnung. Darunter versteht man ohne Rücksicht auf die Bestandteilealle Arzneiformen, die durch Zertheilung eine mehr oder weniger feinegleichförmige Beschaffenheit erlangt haben. Wird das Wort als Collectiv-name gebraucht, so liegt eben immer noch der Begriff der Mischung vonmehreren gevulverten Arzneien zu Grunde. Die Pulverform des einzelnenArzneistoffes drückt man gewöhnlich durch das Adjectivum aus, das manhinter den Namen des Arzneikörpers setzt.
Radix. Wurzel. Die Wurzeln der Pflanzen waren diejenigen Or-gane , in denen die Alten die meisten Arzneikräfte vermutheten. Die Arz-neisammler der einheimischen Pflanzen suchten besonders die Wurzeln, sieheissen auch Wurzelgräber. Nicht selten ging das Vertrauen zu der Wirk-samkeit der Wurzeln über die natürlichen Grenzen. Allerlei geheimniss-volle mystische Wirkungen wurden von ihnen erwartet, wie z. B. bei der