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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

cohobatae oder destillatae. Solche Wasser sind: aqua rosarum, Rosen.wasser, aqua menthae pipertae, Pfeffermünzwasser, aqua foeniculi, Fen-chelwasser etc. Doch auch anderweitige Arzneimittel werden unter der Be-zeichnung aqua begriffen, z. B. aqua calcis oder calcariae eine Lösung vonAetzkalk in Wasser, aqua plumbi eine Mischung von basisch-essigsaurerBleioxydlösung und Wasser.

Bac.ca. Beere. Unter diese Bezeichnung brachte man alle beeren,artige Früchte. Die botanische Terminologie hat später die BezeichnungBeere näher bestimmt und die falsche Beere, bacca spuria, das Zäpfchengalbulus davon getrennt. In der pharmaceutischen Nomenclatur ist dieBezeichnung aber auch den Früchten geblieben, die eigentlich keine Beerensind, wie baccae juniperi, Wachholderbeeren etc.

Balsamum. Balsam. Balsam bezeichnete im Arabischen eine zähe,aus Bäumen triefende dickliche Flüssigkeit. Berühmt war der Meccabalsam,der den zur Kaaba wallfahrtenden Gläubigen in Mecca verkauft wurde,aber wahrscheinlich grösstentheils ein Kunstproduct war. Später übertrugman die Bezeichnung Balsam auf alle Arzneimittel, die dem Meccabalsamin ihrer Wirkung glichen oder von denen man dies voraussetzte. Dieunter der Bezeichnung Balsam gebräuchlichen Arzneimittel wurden sehrhäufig. Es erhielten dieselben flüssige, dickliche und feste Arzneimittel.Unter den gegenwärtig gebräuchlichen ist der Balsam sehr selten gewor-den. Balsamum nucistae, Muskatbalsam, balsamum arcaei, Arceibalsam,balsamum vitae Hoffmanni, Hoffmanns Lebensbalsam sind noch von jenenübrig geblieben. Von den natürlichen Balsamen sind balsamum copaivae,Copaivabalsam, balsamum peruvianum, peruvianischer Balsam die gebräuch-lichsten.

Oeratum, Cerat. Cerat ist von cera Wachs abgeleitet und bezeich-net ein zum äusserlichen Gebrauch bestimmtes Arzneimittel in fester Form,dessen Hauptbestandthe.il Wachs ausmacht. Ceratum cetacei, Wallrath-cerat, ceratum resinae pini, Fichtenharzcerat etc.

Oortex. Rinde. Die Rinden der Arzneipflanzen. Cortex chinae,Chinarinde, cortex quercus, Eichenrinde, cortex ulmi, Ulmenrinde etc.

Electuarium, Latwerge. Latwergen sind Gemenge aus Pulvernmit Zuckersäften oder Honig von weicher Beschaffenheit. Die Latwergen wa-ren eine zum Lecken (Xei%£iv , xo exÄeiyficc ein Brei zum Lecken) be-stimmte Arzneiform. Davon ist die Bezeichnung gewählt. Seiner Zeit be-rühmt war electuarium theriaca und ähnliche, deren Bereitung unter ge-wisser öffentlicher Feierlichkeit im Beisein der Magistratspersonen etc.geschah. In dem gegenwärtigen Arzneischatz ist meistens nur nochelectuarium sennae, Sennalatwerge aufgenommen.

Eiixir. Elixir. Elixire sind weinige oder weingeistige Auszügegewöhnlich von mehreren Arzneimitteln. Oft werden in denselben Extracteoder auch Salze gelöst. Sie sind dieserhalb meistens von dunkler Farbeund von geringer Klarheit. Gebildet ist das Wort ursprünglich in der arabi-schen Sprache, aus dem arabischen Artikel und Kehessir der Auszug. Auchdiese Arzneiform ist in den neueren Pharmacopöen weit weniger vertretenals in den früheren. Elixir aurantiorum compositum, Pomeranzenelixir, elixirsucci Jiquiritiae, Lakritzensaftelixir sind noch die gebräuchlichsten.

Emplasirum. Pflaster. Die Pflaster gehören zu den am frühestengebrauchen Arzneiformen. Man verstand indess früher unter dem NamenefinXaaTQOP jedes Mittel, mit welchem der Körper bestrichen wurde. Ur-sprünglich waren diese alle von weicher Beschaffenheit. Gegenwärtig ver-steht man darunter äussere Arzneimittel, die eine feste Beschaffenheit undals Grundlage eine aus Harz oder Wachs oder aus Bleioxyd und Oelsäure

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