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Thorium, Edelerden.
von Salzsäure und konzentrierter Schwefelsäure gelöst wird. Salpetersäureund Ätzalkalien sind ohne Einwirkung auf das Thorium.
Die Verbindungen des Thors entsprechen denen des Zinns und desTitans. Das Thordioxyd: ThO 2 , welches isomorph mit Urandioxyd ist(Thorerde), wird aus verdünnter, salzsaurer Lösung durch Oxalsäure alsoxalsaures Thor gefällt, welches selbst in Salzsäure von 10 Proz. unlöslichist. Die Thorverbindungen zeigen Radioaktivität (s. Uran).
Von den Salzen des Thors findet das Thornitrat: Th(N0 3 )', zur Her-stellung der „Glühstrümpfe" für das Grasglühlicht eine ausgedehnte Ver-wendung. Dieses, namentlich aus Monazit und Monazitsand, welchersich in beträchtlichen Lagern in Brasilien und besonders in Nord-Karolinafindet, dargestellte Salz kristallisiert je nach der Temperatur mit 12 bzw.6 Mol. H*0 in sehr leicht löslichen, farblosen Tafeln oder Oktaedern, diedem quadratischen System angehören.
Die als „Edelerden" zusammengefaßten Oxyde des Thoriums, Zir-kons, Cers, Lanthans, Didyms, Yttriums, Erbiums, Niobs usw.zeigen die Eigentümlichkeit, die ihnen zugeführte Wärme zum bei weitemgrößten Teile in Licht umzusetzen und dabei eine sehr lange Glut unver-ändert und unbeschadet dieser Eigenschaft auszuhalten. Der Zustand desWeißglühens stellt sich bei diesen Edelerden schon bei Temperaturen ein,die weit unter 1500° C, der gewöhnlichen Weißgluttemperatur, liegen. DieFarbe und die Intensität des mit Hilfe dieser Edelerden erzielten Lichtes istje nach der Natur und dem Mischungsverhältnis derselben eine verschiedene.Thorerde liefert nachMackean ein bläulich-weißes Licht, dessen" Intensität= 27,14 Normal-Paraffmkerzen = 31,56 Hefner-Licht ist; Lanthanerdegibt weißes Licht von 28,32 H.-L., Yttererde gelblich - weißes Licht von22,95 H.-L., Zirkonerde weißes Licht von 15,36 H.-L., Cererde rötlichesLicht von 5,02 H.-L. (H.-L. = Hefner - Licht; ein H.-L. = 0,81 deutscheNormal-Paraffinkerzen).
Das Gasglühlicht hat durch die Mitverwendung der Thorerde zur Her-stellung der Glühkörper eine wesentliche Verbesserung erfahren, indem hier-durch der grüne Farbenton, welchen das Auersche Glühlicht anfänglich zeigte,nahezu vollständig beseitigt ist. Die Herstellung der Glühkörper — Glüh-strümpfe— geschieht in der "Weise, daß ein strumpf artiges, feinmaschigesBaumwollengewebe zunächst mit einer 30 prozentigen wässerigen Lösung derNitrate der Edelerden bzw. des etwa 1 Proz. Cernitrat enthaltenden Thorium-nitrats, die mit Ammoniumnitrat versetzt ist, imprägniert, das Gewebe alsdanngetrocknet und schließlich vorsichtig geglüht wird, wodurch die Erden (etwa0,5 g) in der Form des ursprünglichen Gewebes auf einer Oberfläche von25 qcm zurückbleiben.
Nach White und Traver liegt in den Cer-Thoroxydglühstrümpfeneine feste Lösung des Ceroxyds im Thoroxyd vor, welche ganz beson-ders die Fähigkeit besitzt, Wärme in Licht umzuwandeln.
Wie in vorstehendem erörtert ist, besitzt das Hydroxyd des Zinnssowohl den Charakter einer schwachen Base als auch den einerschwachen Säure. Dasselbe gilt für das Titanhydroxyd und auch fürdas Zirkonhydroxyd, dagegen zeigt das Thorhydroxyd nicht mehr dieEigenschaften einer schwachen Säure, sondern nur die einer schwachenBase.