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Kieselsäure.
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Das amorphe Kieselsäureanhydrid bildet, wenn es durch Glühender gereinigten, gallertartigen Kieselsäure bereitet ist (s. Abscheidung derKieselsäure), ein weißes, fein verteiltes, amorphes Pulver vom spezif. Gew. 2,2.Durch anhaltend starkes Glühen wird es in Tridymit vom spezif. Gew. 2,3verwandelt. In Flußsäure, sowie in den Lösungen von Ätzalkalien undkohlensauren Alkalien ist das amorphe Kieselsäureanhydrid, wenn es nicht zustark geglüht ist, beim Kochen vollständig löslich. Im Knallgasgebläse ge-schmolzen, erstarrt das amorphe Kieselsäureanhydrid zu einem amorphen,durchsichtigen Glase vom spezif. Gew. 2,2. Bei den in den elektrischenÖfen obwaltenden Temperaturen (3000 bis 3500° C) verflüchtigt sich dasKieselsäureanhydrid allmählich als bläulicher Dampf.
Aus amorphem, zum Teil mit wasserhaltiger Kieselerde vermischtemKieselsäureanhydrid, bestehen im wesentlichen auch die alsPolierschiefer,Tripel, Kieselgur, Bergmehl, Infusorienerde usw. bezeichneten,technisch verwerteten Materialien, die sich mehr oder minder nur aus denKieselpanzern von Diatomeen und anderer kleiner Lebewesen zusammensetzen.
Kieselsäuren.
(Wasserhaltige Kieselerde.)
"Wasserhaltige Kieselerde findet sich in der Natur als ein Bestandteilfast aller Mineralquellen, besonders der heißen Quellen vulkanischer Gegenden.Ebenso sind eine Beihe von Mineralien, welche im wesentlichen aus Kiesel-erde bestehen und beim Glühen "Wasser in wechselnden Mengen abgeben,als wasserhaltige Kieselerde (Polykieselsäuren) zu betrachten. So z. B.: derHyalith, der Opal, der Hydrophan, der Jaspis, der Feuerstein, derAchat, der Chalcedon, der Chrysopras, der Karneol, der Kiesel-sinter usw. Einzelne dieser Mineralien, wie der Chalcedon und der Achat,enthalten jedoch neben wasserhaltiger, amorpher Kieselsäure noch kristalli-nisches Kieselsäureanhydrid (Quarz, Tridymit).
Ortho kieselsaure: Si(OH) 4 . Diese Säure ist im isolierten Zustandenicht bekannt. Gießt man in überschüssige, verdünnte Salzsäure eine eben-falls verdünnte Lösung von kieselsaurem Natrium (Wasserglas), so entstehtkein Niederschlag. Bringt man alsdann die klare, den Charakter einer kol-loidalen oder Pseudo - Lösung tragenden Flüssigkeit in einen Dialysator undläßt denselben unter Erneuerung des äußeren Wassers so lange in Tätigkeit,bis in letzterem keine Chlorverbindungen mehr nachweisbar sind, so bleibtim Dialysator eine wässerige, kolloidale Lösung (s. S. 46) von reiner Kiesel-säure zurück, welche wahrscheinlich der normalen oder Orthokieselsäure:H 4 Si0 4 = Si(OH) 4 , entspricht (Graham). Diese Lösung läßt sich durchEindampfen konzentrieren, erstarrt aber schließlich zu einer Gallerte. Letz-teres findet auch in der verdünnten Lösung auf Zusatz von Salzlösungenoder durch Einleiten von Kohlensäureanhydrid statt. Von Salzen der Ortho-kieselsäure — Orthosilieaten — sind als Mineralien bekannt: derOlivin: Mg 2 SiO\ der Zirkon: ZrSiO 4 , der Phenakit: Be 2 Si0 4 , undandere mehr.
Metakieselsäure: H ! Si0 8 = H 4 Si0 4 — H"0. Versetzt man dieLösung eines kieselsauren Alkalis unter Umrühren mit Salzsäure, so scheidetsich die Kieselsäure [als eine Gallerte, Kieselsäurehydrogel, ab, welchenach dem Auswaschen und Trocknen an der Luft die ZusammensetzungH 2 Si0 3 hat. Diese Kieselsäure besitzt in dünner Schicht die Eigenschafteneiner pflanzlichen Membran (Ullik). Auch der Gallerte, welche aus der