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Kieselsäureanhydrid.
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Kieselsäureanhydrid, Siliciumdioxyd: SiO 2 .(Kieselerde.)
Wie bereits erwähnt, findet sich das Kieselsäureanhydrid als solchesund gebunden in den Silicaten im Mineralreiche in außerordentlicher Ver-breitung. Dasselbe gilt auch vom Pflanzenreiche, indem die Asche wohl vonallen Pflanzen größere oder geringere Mengen von Kieselsäureanhydrid odervon kieselsauren Salzen enthält. Besonders reich daran sind die Halme derGräser, das Bambusrohr, das spanische Bohr, die Schachtelhalme, die Kiesel-algen usw. Der bei Berlin, in der Lüneburger Heide und an anderen Ortenin großen Mengen sich findende Kieselgur (Infusorienerde) ist nur alsBückstand der Verwesung von Diatomeen zu betrachten. Auch in denFedern der Vögel, den Schuppen der Schmetterlinge, in den Haaren [derMenschen und Tiere, sowie in manchen Seeschwämmen, in den Eadiolarienund anderen Urtieren findet sich Kieselerde in beträchtlicher Menge.
Das Kieselsäureanhydrid findet sich in der Natur in drei verschiedenenModifikationen: 1. in der Form des Quarzes; 2. in der des Tridymits, beidekristallisiert und vielleicht durch Einwirkung von "Wasserdampf auf Fluor-oder Chlorsilicium gebildet; 3. im amorphen Zustande.
Die Hauptform, in der das kristallisierte Kieselsäureanhydrid vorkommt,ist die des Quarzes, dessen reinste Art als Bergkristall in durchsichtigen,gewöhnlich farblosen Kristallen des hexagonalen Systems — als sechsseitigeSäulen mit sechsseitiger Pyramide zugespitzt — sich findet. Derselbe hatein spezifisches Gewicht von 2,6, besitzt eine bedeutende Härte und ist nurim Knallgebläse schmelzbar. Wird der Quarz längere Zeit stark geglüht(bei 2000° C) , so vermindert sich das spezifische Gewicht desselben auf 2,3,indem er in die Form des Tridymits übergeht. Von Lösungsmitteln wirdder Quarz nur von Flußsäure und auch von dieser nur ziemlich langsamangegriffen. Heiße Kalilauge übt auf das grobe Pulver des Quarzes nur einegeringe Einwirkung aus. Staubfein gepulverter Quarz ist in heißer Kali-lauge löslich. Durch kleine Beimengungen ist der Bergkristall bisweilengefärbt und führt dann verschiedene Namen: gelb Citrin; braun Bauch-topas; schwarz Morion. Der durch Eisenrhodanid (Nabl) violett gefärbteQuarz führt den Namen Amethyst; andere Arten bezeichnet man nachihrer Farbe als Bosenquarz, Milehquarz, Siderit (blau), Prasem(grün), Avanturin (gelb, rot, braun) usw. Im körnig-kristallinischen Zu-stande ; tritt der Quarz auf als gemeiner Quarz, welcher einen wesent-lichen Bestandteil vieler Gesteine, namentlich des Granits, Porphyrs undGneises, ferner, mehr oder minder verunreinigt, des Quarzsandes, Sand-steines, Gerölles usw. ausmacht. Die sogenannten Rheinkiesel sindabgerundete Trümmer von Bergkristall.
Der Quarz dient als Schmuckstein, zu optischen Zwecken, sowie ge-schmolzen zur Herstellung von chemischen und physikalischen Geräten:(Quarzglas), die sich durch Widerstandsfähigkeit gegen Agenzien undschroffe Temperaturwechsel auszeichnen.
Als Tridymit (Asmanit) findet sich das Kieselsäureanhydrid in sehrkleinen hexagonalen Tafeln, welche jedoch fast stets als Zwillinge und nochhäufiger als Drillinge ausgebildet sind; daher die Bezeichnung Tridymit.Das spezifische Gewicht dieser Form des Kieselsäureanhydrids beträgt nur 2,3.Die Härte desselben ist die gleiche, wie die des Quarzes. In Flußsäure, sowiein einer kochend gesättigten Lösung von Natriumcarbonat löst sich der Tri-dymit, in letzterer zum Unterschiede von dem Quarz, vollständig auf.