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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Gereinigter Schwefel.

kleinen, glatten, unregelmäßigen, meist aneinander gereihten, undurch-sichtigen Kügelchen mit wenigen durchscheinenden Kristallfragmentenerscheint. Die Löslichkeit der Schwefelblumen in Schwefelkohlenstoffvermehrt sich hei sehr langem Aufbewahren, sowie bei längerem Er-hitzen auf 100° C. Kocht man die Schwefelblumen längere Zeit mitWasser, so verlieren sie ihre gelbe Farbe, ballen sich zu Kugeln zu-sammen und lösen sich alsdann nach dem Trocknen vollständig inSchwefelkohlen stoff.

Der Schwefel des Handels enthält außer kleinen Mengen von zu-fälligen Verunreinigungen (bis zu 1 Proz.), die bei dem Verflüchtigeneiner Probe in einem Porzellanschälchen zurückbleiben, etwas Eisen-carbid, welches sich beim Sieden desselben und bei der Destillationals schwarze Masse ausscheidet, sowie Spuren von Schwefelsäure —daher die schwach saure Reaktion desselben —, bisweilen auch Arsenund Selen. (Prüfung hierauf siehe unter Sulfur depuratum.)

II. Gereinigter Schwefel, Sulfur depuratum s. lotum.

Um den gewöhnlichen Schwefel, die Schwefelblumen, von bei-gemengter Schwefelsäure und etwaigem Schwefelarsen zu befreien, wirdderselbe mit verdünnter Ammoniakflüssigkeit digeriert, welche dieSchwefelsäure als Ammoniumsulfat: (NID) 2 SO 4 , bindet und das Schwefel-arsen als Ammoniumarsenit: (NID) ;i As0 3 , und Ammoniumsulfarsenit:(NID)3AsS3, löst:'

H ä S0 4 -f- 2SH 4 .OH = (SH 4 ) ! S0 4 -f 2H ! 0As s S 3 -f- 6NH 4 .OH = (XH 4 ) 3 As0 3 + (XH 4 ) 3 AsS a + 3H 2 0.

Ob sich hierbei außer obigen Verbindungen auch Ammoniumsulf-arsenat: (NH 4 ) 3 AsS 4 , und Ammoniumsulfoxyarsenat: (NH 4 ) 3 As0 3 S,bildet, mag dahingestellt bleiben.

Zu diesem Behufe sind 10 Tle. zuvor frisch durch ein Sieb geriebenerSchwefelblumen mit 7 Tln. destillierten Wassers, dem 1 Tl. Salmiakgeistzugefügt ist, in einem Topfe zu einer gleichmäßigen, breiförmigen Masseanzurühren und unter zeitweiligem Umrühren einen bis zwei Tage lang zudigerieren. Der auf einem Spitzbeutel gesammelte Schwefel ist sodann solange mit destilliertem Wasser auszuwaschen, als noch eine alkalische Be-aktion bemerkbar ist, hierauf auszupressen und zerkleinert bei mäßigerWärme (25 bis 30°) zu trocknen.

Derartig gereinigter Schwefel bildet ein trockenes, gelbes, geruch-und geschmackloses Pulver, welches, in einem Porzellanschälchen er-hitzt, sich bis auf eine sehr kleine Menge (1 Proz.) verflüchtigen muß.Die sonstige gute Beschaffenheit des gereinigten Schwefels ergibt sichdurch folgende Merkmale:

1. Neutrale Reaktion. Schüttelt man einige Gramm des zu prü-fenden Schwefels in einem Kölbchen mit der fünffachen Menge Wasser anso zeige das Filtrat keine saure Reaktion; letztere ist entweder durchempfindliches blaues Lackmuspapier oder schärfer in der Weise zu er-kennen, daß man in einem Eeagenzglase etwas Wasser mit empfindlicher