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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Eigenschaften des Schwefels.

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mittels Brennmaterial verbrennt in diesen Öfen ein Teil des Schwefels, einanderer Teil jedoch verflüchtigt sich und wird als solcher aufgefangen.

Schwefel wird ferner gewonnen aus der zur Eeinigung des Leuchtgasesverwendeten Lamingschen Masse, sowie als sogenannter regenerierterSchwefel aus den Abfällen der Sodafabriken (s. dort).

Eigenschaften. Der gewöhnliche Schwefel ist bei normalerLufttemperatur ein gelber, spröder, beim Eeiben negativ elektrischwerdender Stoff, welcher unlöslich in Wasser, schwer löslich in Glycerin(1 : 2000) und in Alkohol (1 : 1000), leicht löslich dagegen in Schwefel-kohlenstoff (1 : 3) ist. Nach Cossa lösen 100 Tle. Äther bei 23,5°0,972 Tle., 100 Tle. Chloroform bei 22° 1,250 Tle., 100 Tle. Benzolbei 26° 0,965 Tle, 100 Tle. Phenol bei 174° 16,35 Tle. Schwefel. Bei 50° ist der Schwefel fast farblos, bei -f- 100° dagegen intensiv gelbgefärbt. Im reinen Zustande ist derselbe geschmack- und geruchlos,sowie indifferent gegen Lackmus und andere Pflanzenfarben. DerSchwefel ist ein schlechter Leiter für Wärme und noch mehr für Elek-trizität. Der gewöhnliche Schwefel schmilzt bei 114,5° zu einem hell-gelben, dünnflüssigen Liquidum; steigert man jedoch die Temperaturauf 160°, so färbt sich die geschmolzene Masse dunkler und wird zäh-flüssig, um zwischen 200 und 250° so zähe zu werden, daß man dasGefäß umdrehen kann, ohne ein Ausfließen befürchten zu müssen.Gegen 330° nimmt sie wieder eine dünnflüssige Beschaffenheit an, bisbei 444,5° sich der Schwefel in einen braunen Dampf verwandelt. DieEntzündungstemperatur des Schwefels liegt bei 266° C.

Das spezifische Gewicht des Schwefeldampfes beträgt bei 860bis 1040° 2,23 (Luft = 1), oder 31,83 (H = 1), bei niedrigerer Tem-peratur (500°) ist das spezifische Gewicht ein anomales: 6,65 (Luft = 1)oder 95.49 (H=l). Bei 193° und einem Druck von 2 mm ergibt sichdas spezifische Gewicht des Schwefeldampfes sogar als 7,85 (Luft = 1).Aus diesem Verhalten ist zu schließen, daß die Moleküle des dampf-förmigen Schwefels bei 500° aus 6, bei noch niedrigerer Temperatursogar aus 8 Atomen bestehen; bei steigender Temperatur zerfallen dieacht-, bzw. sechsatomigen Schwefelmoleküle allmählich in normalezweiatomige, und zwar beginnt dieser Zerfall (Dissoziation) gegen600° und ist bei 860° vollendet.

Der Schwefel kommt in mehreren Modifikationen, sowohl im kri-stallisierten , wie auch im amorphen Zustande vor. Kristallisiert istderselbe mindestens dimorph, indem er sich findet als:

1. Gewöhnlicher oder rhombischer oder oktaedrischeroder a- Schwefel in gelben, durchscheinenden, rhombischen Oktaedern,und zwar fertig gebildet in der Natur, sowie ausgeschieden ausSchwefelkohlenstofflösung (Fig. 70). Spezif. Gew. = 2,05 bis 2,07(Wasser = 1), Schmelzp. 114,5°.

2. Monokliner oder prismatischer oder /^-Schwefel inbräunlichgelben, durchsichtigen, monoklinen Prismen, welche sich beim

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