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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Gewinnung des Schwefels.

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Aus besonders schwefelreichem Erz gewinnt man den Schwefel auchdurch Ausschmelzen in gußeisernen Kesseln unter Anwendung von gespanntemWasserdampf, aus schwefelarmem auch wohl durch Destillation, Extrahierenmit Schwefelkohlenstoff usw.

Da der auf obige Weise gewonnene Schwefel stets noch wechselndeMengen erdiger Bestandteile enthält, so pflegt man denselben einer noch-maligen Beinigung durch Sublimation oder Destillation zu unterwerfen(besonders in Marseille). Zu diesem Behufe wird der Schwefel durch Erhitzenin gußeisernen, zylinderförmigen Betörten oder Kesseln a (Fig. 69) in Dampfverwandelt und dieser durch einen Kanal 6 in eine gemauerte Kammergeleitet, in welcher sich der Schwefeldampf bei langsamer Destillation undgenügend niedriger Temperatur als ein feines, kristallinisches Pulver

Fig. 69.

Schwefelblumen niederschlägt. Erhöht sich allmählich die Temperaturder Kammer bis auf den Schmelzpunkt des Schwefels, so sammelt sich letz-terer als eine Flüssigkeit am Boden an, von wo er von Zeit zu Zeit bei habgelassen und alsdann in Formen gegossen wird Sta'ngenschwefel.Die der Betorte a zugeführte Wärme genügt, um den in dem kesselartigenBeservoir f befindlichen Bohschwefel zu schmelzen, von wo letzterer danndurch ein Ventil in die Destillationsretorte gelangt.

Kleinere Mengen von Schwefel werden auch, namentlich in Schweden,durch Destillation von Schwefelkies, FeS 2 , in konischen Tongefäßen, welchein größerer Anzahl in einem Ofen dem direkten Feuer ausgesetzt werden,gewonnen. Der Schwefelkies verliert dabei einen Teil seines Schwefels unterBildung einer Schwefel ärmeren Verbindung:

3 FeS 2 = Fe 3 S 4 + 2 S.

An Stelle jener konischen Tongefäße hat man in neuerer Zeit Schacht-öfen mit seitlich angesetzten Auffangvorrichtungen verwendet; durch Erhitzen