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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Schwefel.

oxyd als eine Verbindung von Wasserstoff atomen mit einem Sauerstoffmolekül:H. 0:0. H; Brühl erteilt demselben, auf Grund seiner spektrometrischenKonstanten, die Formel H . 0=0 . H. In letzterer Formel würde der Sauer-stoff als ein vierwertiges Element fungieren, eine Annahme, die in derExistenz der Quadrantoxyde, z. B. Ag 4 0, und einiger anderer Verbindungen,z. B. HCl(CH i ) s O, eine Stütze findet. Dementsprechend faßt Brühl dasWasser als eine ungesättigte Verbindung: HOH, auf.

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Lösungen des Wasserstoffsuperoxyds, welche in einer Konzentration von3 und von 30 Proz. im Handel sind, finden als Antiseptikum, besonders inder Wundbehandlung, in letzterem Falle von 30 Proz., Verwendung. Ihrerbleichenden Eigenschaften wegen dienen dieselben auch zum Bleichen vonHaaren, Federn, Elfenbein usw., sowie zum Beinigen alter Ölgemälde undKupferstiche. Auch für analytische Zwecke, speziell als Oxydationsmittel(s. Zinksulfat), dient die Wasserstoffsuperoxydlösung; gelegentlich wird sieauch als Schönheitsmittel unter dem NamenGolden Kair water a oder Auri-come, oder Eau de fontaine de Jouvence, um dem Haare eine in der Mittezwischen Aschgrau und Hochgelb stehende unnatürliche Färbung zu geben,benutzt. Als Aseptinsäure wird eine Lösung von 1,5 g Wasserstoffsuper-oxyd, 0,3 g Salicylaldehyd und 0,5 g Borsäure in 100 g Wasser als Antisepti-kum in den Handel gebracht. Pyrozon soll eine 50prozentige, Perhydroleine 30prozentige wässerige Lösung von Wasserstoffsuperoxyd sein.

Arzneilich angewendetes Wasserstoffsuperoxyd erfordere für 100 ccmdreiprozentiger Lösung nicht mehr als 4 ccm y i0 -Normal-Kalilauge zur Neu-tralisation (Phenolphtalem als Indikator).

Ob der Wasserstoff mit dem Sauerstoff noch sauerstoffreichere Verbin-dungen als das Wasserstoffsuperoxyd: H 2 0" 2 , eingeht, wie H 2 0 3 : Wasser-stoff trioxyd, und H ! 0 4 , Wasserstofftetroxyd, ist noch zweifelhaft.

Gruppe des Schwefels.

Dieser Elementgruppe gehören drei, in ihrem chemischen Verhaltensehr ähnliche, in ihren Verbindungen zwei-, vier- und sechs wertig auf-tretende Elemente an: Schwefel: S, Selen: Se, Tellur: Te.

Schwefel: S.

Atomgewicht 32 (31,83 H == 1; 32,05 0 = 16); Molekulargewicht 64.Zwei-, vier- und sechswertig.

Geschichtliches. Der Schwefel war bereits im Altertum bekannt;seine Eigenschaften und die darauf basierenden Verwendungen finden daherschon in den ältesten naturwissenschaftlichen Werken Erwähnung. DieAlchimisten betrachteten den Schwefel als das Prinzip der Verbrennlichkeit,sowie als den Vertreter der Verschiedenartigkeit, welche die Metalle in derFarbe und in den sonstigen Eigenschaften zeigen. In der phlogistischen Zeitgalt der Schwefel als eine Verbindung einer Säure mit Phlogiston; erstLavoisier kennzeichnete ihn als ein Element.

Vorkommen. Der Schwefel findet sich im freiengediegenen"Zustande in Gestalt von Kristallen, Körnern, Knollen oder ausgedehntenLagern, besonders in der Nähe ausgestorbener und noch tätiger Vul-kane , z. B. in der Romagna, in Sizilien, Spanien, Griechenland, auf