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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Bestimmung des Wasserstoffsuperoxyds.

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Quantitative Bestimmung. Um den Gehalt einer Lösung an"Wasserstoffsuperoxyd zu bestimmen, säuert man eine abgewogene Menge(5 bis 10 g), nach dem Verdünnen mit Wasser, mit Schwefelsäure stark anund fügt unter Umschwenken so viel von einer dem Gehalt nach bekanntenKaliumpermanganatlösung zu, daß eine bleibende Botfärbung eintritt. DaKaliumpermanganat und Wasserstoffsuperoxyd nach Schoen.e im Sinne nach-stehender Gleichung aufeinander einwirken :

2KMn0 4 +5H ! 0 ! +3H ! S0 4 = K' 2 S0 4 -f- 2 MnSO 4 + 8 H 2 0 + 10 0,(316,2) (170)

so entspricht 1 Tl. Kaliumpermanganat 0,538 Tln. Wasserstoffsuperoxyd.

Jodometrisch läßt sich das Wasserstoffsuperoxyd in folgender Weisebestimmen: 1 com der käuflichen Lösung wird mit 20 ccm Wasser, 5 ccmverdünnter Schwefelsäure (l: 5) und etwa 1 g Jodkalium zusammengebrachtund nach V 2 stündigem Stehen das ausgeschiedene Jod mit '/^-Nonnal-Natriurn-thiosulfatlösung, unter Anwendung von Stärkelösung als Indikator, titriert.Nach der Gleichung:

H 2 0 8 + 2KJ-4-H 2 S0 4 = 2 J + K 2 S0 4 +2H 2 0(34) (254)

entsprechen 1,7 g H 2 0 2 12,7 g Jod. Da 12,7 g Jod durch 1000 ccm V l0 -Normal-Natriumthiosulfatlösung gebunden werden (s. S. 166), so entspricht 1 ccmletzterer Lösung 0,0017 g H 2 0 2 .

Die vorstehende Bestimmungsmethode kann auch zur Prüfung derSuperoxyde des Calciums, Baryums, Strontiums, Magnesiums undNatriums verwendet werden. Zu diesem Zwecke sind 0,2 g dieser Super-oxyde mit einer Lösung von 1 g Jodkalium in 30 g Wasser (in einer Flasche mitGlasstopfen) zu übergießen, die Mischung ist mit 5 ccm Salzsäure von 25 Proz.zu versetzen, und schließlich das nach einstündigem Stehen ausgeschiedeneJod mit '/ij-Normal-Natriumthiosulfatlösung zu titrieren.

Natriumsuperoxyd (0,1 bis 0,2 g) ist zunächst durch Übergießen mit25 ccm gesättigtem Barytwasser in Baryumsuperoxyd zu verwandeln, dieserMischung ist dann nach 10 Minuten Jodkalium (l bis 2 g) und schließlich Salz-säure zuzusetzen (E. Bupp).

1 ccm Vio - Normal - Natriumthiosulfatlösung entspricht 0,0036 g CaO' 2 ,0,00845g BaO 2 , 0,00598g SrO 2 , 0,0028g MgO 2 und 0,0039g Na 2 0 2 .

Um sehr kleine Mengen von Wasserstoffsuperoxyd, z. B. in atmo-sphärischen Niederschlägen, quantitativ zu bestimmen, bedient man sich einerkolorimetrischen Methode. Man stellt sich zu diesem Zweck Flüssigkeitenher, die im Liter 0,1 bis 1,0mg H 2 0 2 enthalten, indem man eine neutraleLösung von Wasserstoffsuperoxyd, deren Gehalt durch Titration mit Kalium-permanganatlösung festgestellt ist, in entsprechender Weise verdünnt. Vondiesen Probeflüssigkeiten versetzt man alsdann in einem Stöpselglase je 25 ccmmit 0,5 ccm einer Jodkaliumlösung von 5 Proz. und ebensoviel sehr ver-dünnten Stärkekleisters und läßt das Gemisch sechs Stunden stehen. Hieraufbehandelt man 25 ccm der zu untersuchenden Flüssigkeit genau in der näm-lichen Weise und sucht die entstehende Blaufärbung mit der einer derProbeflüssigkeiten zu identifizieren (Schoene).

Im Vergleich zum Wasser ist das Wasserstoffsuperoxyd eine endother-mische Verbindung (s. S. 61), d. h. es enthält mehr Energie als dieses.Seiner Konstitution nach hat man dasselbe als eine Verbindung der beideneinwertigen, im freien' Zustande nicht bekannten Gruppen OH, Hydroxyl-gruppen, betrachtet: HOOH. Traube betrachtet das Wasserstoffsuper-