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Snlfur.
Soufre. Schwefel.
§ 4-411. Schwefel. Der Schwefel gehört zur Klasse der ein-fachen Nichtmetalle, ist in der Natur häufig verbreitet, und kommttheils gediegen, theils durch Sauerstoff gesäuert, theils in Verbindungmit Metallen in mannigfaltigen Formen vor. Der im Handel vorkom-mende Schwefel wird durch Reinigung des gediegenen und des vul-kanischen Schwefels, so wie auch durch Zersetzung natürlicher Schwe-felmetalle gewonnen. Man unterscheidet Stangenschwefel (Stdfar ;„baculis) und Schwefelblumen (Mores Sulfuris s. Sulfur depuratum);ersterer ist stets mit mehr oder weniger fremden Stollen (Arsen, Se-len, Bitumen, erdigen Beimischungen) gemengt, letzterer ist durch Su-blimation gereinigt, darf nur allein zum arzneilichen Gebrauche aiig e .wandt werden, und wird auch zu diesem Behufe nochmals mit reinemWasser ausgewaschen (Flores Sulfuris loti.J
Der gereinigte Schwefel ist ein schön hellgelbes, geruch- und s».schmackloses Pulver, schmilzt bei 110° zu einer klaren gelben Flüs-sigkeit und krystallisirt beim Erkalten in undurchsichtigen, schiefen,rhombischen Säulen; in der Natur kommt er in durchsichtigen, rhom-bischen Oktaedern krystallisirt vor. Bei -I- 160° wird der geschmol-zene Schwefel wieder dickflüssig und braun, bei -+- 316° kommt erins Kochen und verwandelt sich in verschlossenen Gefässen in einenorangefarbenen Dampf, welcher sich beim Zutritte der Luft entzün-det und mit blauer Flamme zu Schwefeligsäuregas verbrennt. DerSchwefel ist in Wasser unlöslich, nur wenig löslich in Alkohol undAether, in grösserer Menge löslich in ätherischen und fetten Oelen,Aus einer heiss bereiteten Lösung scheidet sich ein Theil des Schwe-fels beim Erkalten in derselben Krystallform aus, welche der natür-lich vorkommende krystallisirte Schwefel zeigt. Kaustische fixe Al-kalien lösen den Schwefel unter eigener Zersetzung auf, es wird einunterschwefeligsaures Salz und ein in Wasser lösliches SchwefelmetallAetzammoniak ist ohne Wirkung, ebenso Metallsalze.
§ 448. Erkennung. Man erkennt den Schwefel leicht an derFarbe und an dem Gerüche, welchen es beim Verbrennen entwickelt.— Die Reinheit desselben wird erforscht:
Prüfung, a. durch Erhitzen in einem Porcellantiegel über derWeingeistlampe in freier Luft — es darf kein Rückstand verbleiben;
b. durch Schütteln mit destillirtem Wasser und Prüfen des Filtrats mit Lackmuspapier —• es darf davon nicht geröthet werden;
c. durch Digeriren mit der lOfachen Menge einer Mischung aus1 Th. Aetzammoniakflüssigkeit und 9 Th. Wasser, Abfiltriren, Sätti-gen des Filtrats mit Schwefelwasserstoff und Uebersättigen mit reinerSalzsäure — es darf weder eine Trübung, noch sonst ein Niederschlagentstehen; eine gelbe Trübung würde Arsen verrathen.
§ 443. Verbindungen des Schwefels. Der Schwefel gehtmit Sauerstoff vier verschiedene Verbindungen ein, welche sämmtlichSäuren sind; doch nur eine von diesen Säuren kann unmittelbar durchZusammenbringen der beiden einzelnen Bestandteile dargestellt wer
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