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falle, und dass im Gegentheü der Einfluss des Sauerstoil'gases aillden eiternden Theil der Lunge die Fortschritte der Krankheit be-schleunige. *) ßei Gesunden soll zwar das Einathmen von reinen,Sauerstofl'gas anstatt atmosphärischer Luft, nach den Versuchen v 0nAllen und Pepys, keine augenblickliche Beschwerde verursachen; al-lein der Kolilensäuregehalt der ausgeathmeten Luft beträgt in sol.chein Falle gegen das Doppelte von dem der unter gewöhnlichen Ver-hältnissen ausgeathmeten Luft, was eine quantitative viel grössere Ver-änderung des Blutes in den Lungen anzeigt, als für die Dauer rrmdem gesunden Zustande des Körpers verträglich ist, so dass demnachdie Respirabilität der Luft, abgesehen von anderen zufälligen Verumreinigungen, nicht sowohl durch die Grösse ihres Sauerstoffgehalttsals vielmehr durch das richtige relative Verhältniss dieses letzterenzu dem zweiten wesentlichen Bestandteile, dem Stickgase, bedin«wird.
Quantitative Ausinittelung. Um bei staatsärztlicher Venu,lassung die atmosphärische Luft in der eben erwähnten Beziehung Zllprüfen, verfährt man am einfachsten nach dem unlängst von Gay.Lussac in Vorschlag gebrachten eudiometrischen Verfahren. Manbringt in eine graduirte Röhre, welche mit der Luft, deren Sauerstoff.gehalt man ermitteln will, bis zu einem gewissen Puncte angefiilliund mit verdünnter Schwefelsäure gesperrt ist, ein Stück Kupferblechin der Art ein, dass es von der Säure benetzt wird, ohne davon be.deckt zu sein. Nach einigen Stunden wird aller Sauerstoff' der Luftvon der Oberfläche des Metalles aufs vollkommenste absorbirt unddessen Stelle durch die Sperrflüssigkeit eingenommen sein, so dassdie Verminderung, welche das gesperrte Gasvolum, nachdem die in.nere und die äussere Flüssigkeit in gleiches Niveau gebracht worilensind, erlitten, genau dem Sauerstoffgehalte der untersuchten Luftentspricht.
§ 388. Nomenclatur der Sauerstoffvervindungeii. DieVerbindungen des Sauerstoffes mit andern Körpern werden, wie schonfrüher erwähnt, im Allgemeinen Oxyde genannt, und zwar sind dieseentweder saure (Sauerstoff'säuren), basische (Sauerstoffhasen) oderneutrale. Die Oxyde der Nichtmetalle sind bis auf einige AusnahmenSäuren, keins derselben ist basisch. Bei den Metallen kommen alledrei Arten von Oxyden vor.
Oefter ist es der Fall, dass ein Element mit dem Sauerstoffezwei Säuren, zuweilen auch wohl drei und vier zu erzeugen vermag,dann werden sie in der Benennung so unterschieden, dass man beidem Vorkommen von zwei Säuren, um diejenige von diesen, welcheden meisten Sauerstoff enthält, zu bezeichnen, dem Namen des ge-säuerten Elements das Wort Säure anhängt, und das ganze Wortsubstantivisch nimmt; um die Säure mit der geringen Menge Sauer-stoff* zu bezeichnen, verwandelt man den Namen des gesäuerten Ele-
*) Auch bei Seheintodten, Erstickten, Ertrunkenen hat man das Einath-men von reinem Sauerstoffgas als Wicdcrbelebungsmiltel vorgeschlagen, undGorcy und Smentini haben die Construction von hierzu dienlichen Vorrichtungen beschrieben (Magaz. für l'harmacie IUI. 825. )