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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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stein kaustischen Kali, dass sie eine deutliche alkalische Reactionzeige, verdampfe sie hierauf his zur Honigdicke, wenn sie nicht schondiese Consistenz besitzt, wäge dazu die dreifache Menge Weingeist,schüttele das Ganze wohl untereinander, seihe es dann durch Lein-wand, wasche den Rückstand nochmals mit Weingeist aus, lasse diegesammten geistigen Flüssigkeiten bis zur Trockene verdunsten undverkohle den Rückstand in einem kleinen Porcellantiegel. Die koh-lige Masse wird hierauf mit wenigem destillirten Wasser ausgezogen,der Auszug filtrirt, ein kleiner Theil des Filtrats mit Schwefelsäureübersättigt, mit etwas von einer heissbereiteten Stärkeauflösung ver-mischt und endlich zu der Mischung Chlorwasser unter stetem Um-rühren tropfenweise zugesetzt, Bei Anwesenheit von Jod wirdbeim Zusätze des Chlorwassers zu irgend einem Zeitpuncte eineblaue, violette oder röthliche Färbung entstehen, je nach der Mengedes vorhandenen Jods. Wünscht man, nachdem die Prüfung aufJod affirmativ ausgefallen, die Menge des vorhandenen Jods annä-hernd kennen zu lernen: so versetze man den übrigen Theil des al-kalischen Filtrats, nachdem es mit verdünnter Schwefelsäure neutra-lisirt worden, so lange mit einer verdünnten Auflösung von schwefel-saurem Kupfer in schwefelige Säure haltigem Wasser, als noch da-durch eine Triibung entsteht, Jässt ablagern, sammelt den Nieder-schlag auf ein gewogenes Filter, süsst ihn aus, trocknet und wägt.o Grane desselben sind es 2 Granen Jod.

Kali ititricnm.

(Nitrum. Nitrus kalicus.)Nitre. Nitrate de Potasse. Salpeter. Salpetersaures Kali.

§ 28-4. Salpeter. Der Salpeter kommt theils natürlich vor,theils wird er auf eigenen Salpeterplantagen künstlich erzeugt, alsroher Salpeter in den Handel gebracht, und aus diesem in den phar-maceutischen Laboratorien durch wiederholtes Auflösen und Krystalli-siren der zum arzneilichen Gebrauche bestimmte reine Salpeter dar-gestellt. Der reine Salpeter bildet mehr oder weniger grosse, durch-scheinende, der Länge nach gestreifte sechsseitige, farblose Säu-len mit vier schmalen und zwei breiten Flächen, welche an der Lufttrocken bleiben, ein vollkommen weisses Pulver geben und in 100Theilen 46,55 Kali und 53,45 Salpetersäure enthalten. Es besitzteinen kühlenden, scharf bitterlichen Geschmack, ist geruchlos, in 4Theilen Wassers von mittlerer Temperatur und in seinem halben Ge-wichte siedendheissen Wassers, nicht in Weingeist löslich. Die Lö-sung ist farblos, neutral und wird durch kein Reagens getrübt, aus-ser durch solche, die mit Kali schwerlösliche Verbindungen eingehen,als W einsteinsäure, Platinchlorid. Mit brennbaren Substanzen, Kohle,Schwefel, giebt der Salpeter Mischungen, welche bei Berührung miteinem glühenden Körper verpuffen; eine solche Mischung ist z. B.das Schiesspulver.

§ 2Sä. Erkennung. Man erkennt den Salpeter, wenn erkrystaJIisirt vorliegt, leicht am äusseren Ansehen, und als Pulver audem Funkensprühen beim Aufstsreuen auf glühende Kohlen und dem