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Jodkalium und Jodsäure, welche sich mit einem Antheile unzersetztenKali's zu jodsaurem Kali verbindet. Indem man das Gemenge znjTrockene verdunstet und den Rückstand bei Rothglühhitze schmilztwird das jodsaure Kali unter Entweichung von Sauerstoflgas zu Jod-kalium reducirt, so dass die geschmolzene Masse beim Auflösen eineFlüssigkeit liefert, welche nur noch Jodkalium allein enthält. Siewird zur Krystallisation verdampft. ■
Das Jodkalium bildet farblose Würfel, Oktaeder und Dodekaederwird an der Luft feucht, schmeckt salzig, scharfbitterlich, löst sichin % kaltem Wasser und 6 Theilen Weingeist auf; die Auflösung istfärb- und geruchlos, reagirt gehwach alkalisch und vermag auf einemTheil aufgelösten Salzes noch % Theii Jod aufzunehmen, ohne dassbeim Verdünnen mit Wasser eine Ausscheidung von Jod stattfindet;die Auflösung ist dunkelbraun *). Das Jodkalium besteht aus 23,69Kalium und 76,31 Jod, woraus ersichtlich, dass der IName Kali hy.drojodicum (jodwasserstoffsaures Kali) unpassend ist, da es nicht Kalisondern Kalium, nicht Jodwasserstoffsäure sondern Jod in seiner Zu-sammensetzung enthält (§ 262). Es wird sowohl innerlich in Auflö-sung, als auch äusserlich mit frischem Fette zur Salbe gemischt alsArzneimittel angewandt; in dem einen und dem andern Falle mussdas Zusammenbringen desselben mit Säuren und sauren Salzen, freiemChlor und Chloralkalien, Blei-, Kupier-, Quecksilber- und Silbersal-zeii vermieden werden (§ 262).
§ 3§3. Erkennung. Man erkennt das Jodkalium leicht a;der äussern Form und dem violetten Gase, welches sich beim Ueber-giessen mit concentrirter Schwefelsäure daraus entwickelt. — DieReinheit desselben giebt sich kund:
Prüfung, a. durch ein der obigen Beschreibung entsprechen-des äusseres Ansehen;
h. wenn eine Auflösung von genau 5 Granen desselben in 3 Un-zen destillirtem Wasser sich mit einer Auflösung von 2 Granen Aetz-sublimat in eben so viel Wasser allmälig vermischen lässt, ohne dassirgend ein Niederschlag erfolgt — entsteht dagegen während des Zu-mischens der letzteren Auflösung zur ersteren, aber nicht umgekehrt,zu irgend einem Zeitpunkt eine rothe Trübung: so enthält das Jod-kalium ein fremdes Salz beigemengt, und zwar um so mehr, je früherdie Trübung eintritt.
§. 8§3. Ausinittelung in organischen Gemengen. Um dieAn- oder Abwesenheit von Jodkalium oder überhaupt einem Jodkalimetallin organischen Gemengen, als in vegetabilischen Auszügen, Latwergen,Speisen, thierischen Secretionen, zu ermitteln, verfahre»man folgen-dermasseu: Man versetze die fragliche Substanz mit so viel aufgelö-
1 Kubikzoll von der Tinctur dem Gewichte nach aber 300 Grane beträgt- soentsprechen auch 100 Gr. von der Tinctur 0,33 Gr. Chlor. Auf diese Datengründet sich die an einigen Stellen dieses Buches vorgeschriebene Anwendungder eben erwähnten Chlornrohetiuctur zur Ausmittelung' des quantitativenChlorgehalts des Chlorwassers und der Chloralkalien.
*) Im Hamburger Codex ist eine Aullösung von 30 Gr. Jodkalium und10 Gr. Jod in einer Unze Wasser unter dem Namen Liquor Kali hydrojudicijodati aufgenommen.
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