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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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dem Oxydul oder dem Oxyd desselben Metalles entspricht. Zuweilen«erden diese Verbindungen auch als jodwasserstoft'saure Salze (Saleshi/drojodici) bezeichnet, indes? mit Unrecht, und es gilt von ihnendasselbe, was § 174 von den entsprechenden Chlorverbindungen, densogenannten salzsauren Salzen, gesagt ist.

b. Jodmetalle. Die Jodmetalle sind in Wasser zum Theilelöslich, zum Theile unlöslich, die ersteren verursachen in Bleiauflö->ungen einen citrongelben, *) in Quecksilberoxydlösung, ebenso iniiner Auflösung von Aetzsublimat einen rotheg, in Quecksilberoxydul-lösung einen grünlich-gelben, in aufgelösten Silbersalzen einen gelb-lich-weissen, in Aetzammoniak unlöslichen Niederschlag. Doch sinddiese Reaktionen nicht von solcher Empfindlichkeit, dass sie zur Ent-deckung kleiner Mengen von in Wasser aufgelösten Jodmetallen be-nutzt werden könnten, noch auch umgekehrt. Wenn es sich daherdarum handelt, die Gegenwart sehr kleiner Mengen von alkalischenJodmetallen in Flüssigkeiten, z.B. in Mutterlaugen von Mineral- undSoolquellen, zu entdecken, so verfährt man am besten folgender-maassen: Man versetzt die Flüssigkeit mit einer Auflösung von koh-lensaurem Natron, bis sie schwach alkalisch reagirt, trennt den etwaentstandenen Niederschlag durch Filtriren, dampft das Filtrat zurTrockene ein, zerreibt den salzigen Rückstand zu feinem Pulver,zieht letzteres zu wiederholten Malen mit Alkohol aus, lässt denWeingeist verdunsten, vermischt den mit wenigem Wasser aufgenom-menen Rückstand mit einer heiss bereiteten Lösung von Stärkemehlin Wasser, setzt dann so viel verdünnte Schwefelsäure zu, dass dasGemisch sauer reagirt, und mischt endlich unter Umrühren mit einemGlasstabe frisch bereitetes Chlorwasser tropfenweise hinzu. Enthieltdie also behandelte Flüssigkeit nur irgend eine Spur eines in Wasserlöslichen Jodmetälls, so wird zu einem gewissen Zeitpuncte beimZusatz des Chlorwassers eine bläuliche oder violette Färbung eintre-ten ; doch muss man nicht ausser Acht lassen, dass zuviel Chlorwas-ser die Reaction wieder aufhebt. Wünscht man die Menge desvorhandenen Jod's quantitativ zu bestimmen, so löst man den nachdem Verdunsten des Weingeistes erhaltenen salzigen Rückstand inwenigem Wasser auf, setzt zu dieser Auflösung so lange von einerverdünnten und mit schwefeliger Säure angeschwängerten Auflösungvon schwefelsaurem Kupfer, als noch dadurch eine weisse Trübunghervorgebracht wird, lässt absetzen, sammelt den weissen Niederschlag(Kupferjodür, Jodetum cuprosum) auf ein gewogenes Filter, süsst ihnmit etwas reinem Wasser aus, trocknet und wägt ihn. 100 Theiledesselben entsprechen 66,62 Jod. Ueber die Entdeckung alkalischer

*) Dieser citrongelhe Niederschlag ist .Tollblei (Plumoum jodatumX. Jodetum plumbicum. Jodure de Plomb). Man hat es ebenfalls als äusseresHeilmittel anzuwenden versucht. Es bedarf gegen 200 Th. lieisses Wasserzur Auflösung und scheidet sich -während des Erkaltens in goldglänzenden,sechsseitigen Schuppen zum grössten Theile wieder ab, da es von kaltemWasser über 1200 Theile znr Lösung bedarf. Man bereitet es am zweck-mässipsten durch Präeipitation einer verdünnten neutralen Aullösung vonsalpetersaureni Blei mittelst einer Aullösung von Jodkalium, Sammeln, Aus-süssen und Trockenen des Niederschlages.