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sehen Luft nur 0,0688, er ist mithin 14%mal leichter als diese, da-her seine Anwendung zu aerostatischen Maschinen. — Der Wasser-stoff macht einen Hauptbestandteil des Wassers aus, er ist darin zu11 Procent dem Gewichte nach enthalten, und kann auch daraus inisolirter Gestalt abgeschieden werden, wenn man das Wasser mit einemKörper in Berührung bringt, welcher unter gewissen Verhältnisseneine grössere Anziehung zum Sauerstoff äussert, als der Wasserstoff,und fähig ist, jenen aus seiner Verbindung mit diesem letzteren zutrennen. Diess findet unter anderen statt, wenn Wasserdämpfe überglühendes Eisen oder Zink geleitet werden; die Metalle oxydirensich und der Wasserstoff entweicht in Gasform. Dieselbe Erschei-nung tritt ein, wenn die genannten Metalle mit verdünnter Schwefel-säure Übergossen werden, und dieses Letztere ist auch der gewöhn-liche Weg, welchen man zur Gewinnung von Wasserstoffgas ein-schlägt, nur ist das so gewonnene Gas nicht ganz rein, wie schonsein unangenehmer Geruch beweisst, da reines Wasserstoffgas geruch-los ist. Um es zu reinigen, lässt man es, bevor man es auffangt,durch eine Auflösung von Kali in Wasser gehen, und schiebt dannunter W r asser in jede der damit angefüllten Flaschen, vor dem Ver-schliessen derselben, ein cylindrisches Stück wohl ausgeglüheterHolzkohle, und lässt diese mit dem Gas in Berührung. Die Kohleabsorbirt nach und nach den riechenden Stoff, und lässt das Gasrein zurück. — Wünscht man zu irgend einem therapeutischen oderphysiologischen Versuche die Luft irgend eines Raumes mit reinemWasserstoffgas anzuschwängern, so verfährt man am zweckmässigstenauf die Art, dass man spiralförmig ineinander gerollte Streifen vonZink- und Eisenblech in einem Gefässe mit Aetzkaliauflösung über-giesst und erwärmt. Das Zink oxydirt sich zu Oxyd, welches vonder Kalilauge aufgenommen wird, und es entweicht geruchloses rei-nes Wasserstoffgas; das Eisen erleidet dabei keine Veränderung, esdient nur dazu, durch seine Berührung die chemische Wirksamkeitdes Zinks zu steigern.
Das Wasserstoffgas ist im reinsten Zustande färb-, geruch- undgeschmacklos, in Wasser und Weingeist fast unlöslich, brennbar, lässtsich durch den elektrischen Funken, weiss glühende und brennendeKörper entzünden und verbrennt mit einer, gelblichen, am Tageslichtekaum sichtbaren Flannne, unter Entwicklung von grosser Hitze, in-dem es sein halbes Volum Sauerstoffgas absorbirt und Wasserdampferzeugt. *) Es ist unfähig, das Verbrennen anderer brennbarer Kör-per zu unterhalten, ebenso das Athmen der Thiere, doch ist es anund für sich nicht tödtlich, und Menschen können ohne Nachtheileine lange Weile Luft einathmen, worin das Stickgas zum Theildurch Wasserstoffgas ersetzt ist. Man hat es in der Lungenschwind-sucht als Heilmittel anzuwenden versucht,
*) Ein Gemisch aus 3 Vol. Wasserstoffgas und 1 Vol. Sauerstoßgas wirdKnallgas genannt, weil es in Berührung mit einem zündenden Körper mitheftigem Knall explodirt. Man bedient sieh eines solchen entzündeten Gas-slroius (Kiiallgasgebläs), um die möglichste stärkste Hitze hervorzubringen.