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Die chemischen Heilmittel und Gifte oder praktische Anleitung zur Erkennung und Prüfung ihrer Eigenschaften mit steter Berücksichtigung der preussischen Pharmakopoe : für Aerzte, Physiker und Apotheker, in alphabetischer Ordnung entworfen
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Auflösungen von salpetersaurem Quecksilberoxytl (§ 314 1.) und vonsalpetersaurem Quecksilberoxydul (§ 314 2.) aufgenommen haben; dannder Mercurius phosphoratus, wofür bald das milde phosphorsaureQuecksilberoxydul, bald das höchst corrosive phosphorsaure Quecksil-beroxyd, bald ein Gemenge von beiden, bald auch nur Phosphorsäuremit sehr geringen Spuren von Quecksilber (Mercurius phosphoratiissolubilis Fuchs 11) dispensirt wurde. Das Quecksilberoxydul machtdie Basis der Quecksilberoxjdulsalze (Sal.es liydrargyrosi) aus, in de-ren Lösung in Wasser oder verdünnter Salpetersäure, wenn nämlichdas Salz in blossem Wasser nicht löslich ist, Aetzaikalien, Schwefel-wasserstoff und Salzsäure die unter § 230 beschriebenen lleactionenhervorbringen, wodurch das Quecksilberoxydul leicht erkannt und vomOxyd unterschieden werden kann.

Hyurargymm stibiato - snliuratiim.

(Aethiops untimoniaüs.)

Ethiops antimonial de Malouin. Spiessglanzmohr.

§ 354. Spiessglansrfialtiger Q-ueeksiluermohr. NachVorschrift der Preussischen, Oesterreichischen, Hannoverischen, Hes-sischen, Sächsischen und Holsteinschen Pharmakopoen bereitet, ist die-ses Mittel ein inniges Gemenge aus Schwefelspiessglanz, Schwefelund Quecksilber. Andere Pharmakopoen, darunter die Badische,Bayerische, Lippische, Dänische und Russische, lassen den Schwefelweg. Es ist ein glanzloses, feines, geruch- und geschmackloses,schweres, schwarzes Pulver, in Wasser und W r eingeist unlöslich.

§ 355. Erkennung. Man erkennt den Spiessglanzmohr anseinem Verhalten beim Erhitzen mit Soda auf der Kohle in der Löth-rohrflamme, und in der Glasröhre. Auf der Kohle erhitzt, entwickelter schwefelige Säure, liefert spröde Metallkörner und beschlägt dieKohle weiss; in der Glasröhre giebt er metallisches Quecksilber.Die gute Beschaffenbeit erfordert:

Prüfung, a. dass mit bewaffnetem Auge weder Quecksilberkü-gelchen, noch glänzende Spiessglanztheilchen darin entdeckt werden;

b. dass es sich in erwärmter reiner Salzsäure unter Entwicke-lung von Schwefelwasserstoffgas theilweis auflöse, und die abfiltrirteFlüssigkeit durch Hinzumisclien von Schwefelwasserstoffwasser einenrein orangegelben Niederschlag liefere, welcher durch Sch'wefelammo-nium vollständig aufgenommen wird ein dunkler Rückstand ver-räth entweder Quecksilberoxyd oder irgend ein anderes vom Schwe-felwasserstoff mit dunkler Farbe fällbares Metall.

Hyurargyrnm snlfuratum nigram.

(Aethiops mineralis s. mercurialis.)

Ethiops mineral ou mercuriel. Quecksilbermohr.

§ 356. Quecksiluermohr. Durch anhaltendes Znsammen-reiben von gleichen Theilen gereinigten Schwefels und Quecksilbersbereitet. Es ist ein feines, geruch-, geschmack- und glanzloses,