Aurantiaceae.
1935
von den Citronen und Limonen sich bestimmt unterscheiden,geht aus den mitgetheilten Bemerkungen hervor, weshalb esin medicinischer Hinsicht nicht ganz gleichgültig seyn kann,ob man die eine oder die andere dieser Früchte anwendet.
Vorwaltende Bestand theile : sie sind wohl denender vorigen nahe verwandt, doch mangeln genaue verglei-chende Untersuchungen. Kaybaud erhielt aus 100 Stück fri-scher Früchte von Nizza durch Auspressen 6 Drachmen 18Gran ambrafarbiges Oel von säuerlichem Citronengeruche, ausderselben Menge erhielt er durch Destillation eine Unze 24Gran fast weifses Oel, welches angenehmer roch, als das vo-rige. Aus 100 Pfund friseher Liinettenblätler bekam derselbezwei Unzen eine Drachme ambrafarbiges Oel, von scharfdurchdringendem, der Frucht unähnlichem Geruch; hundertPfund frische Blumen aus Nizza gaben zwei Unzen strohgel-bes Oel, welches zwar stark, aber nicht sehr angenehm roch.
G eschi c h t e. Nach Risso sollen die Limetten zuerst von Mathaeus Silva»ticus erwähnt werden , der als praktischer Arzt in Mailand lebend im Jahre1317 seine im Mittelalter beliebten Pandectae Medicinae schrieb. Da man Limo-nen und Limetten so selten genauer unterschied, so ist es kaum möglich diemedicinisch -pharmaceutische Geschichte dieser Früchte speciell zu verfolgen.
Citrus Bergamium iiisso.Bergamottenbaum.
(Iiimon Bergamotto Volkamer Hesperid. 155. tab. 156. b. Citrus Bergamot
W rig h t.)
Der Bergamottenbaum wird nicht nur häufig im südlichenEuropa, sondern auch in Westindien, nach Hughes auf Bar-bados, nach Wright auf Jamaika gezogen. Er hat einen dor-nigen Stamm und grofse ovalrunde Blätter, die auf langengeflügelten Stielen stehen. Die Blumen besitzen einen eigen-tümlichen Geruch, sie haben fünf längliche Blumenblätter undenthalten gegen 25 Filamente. Die Früchte sind dick, rundoder birnförmig, an der Spitze genabelt. Ihre Schale ist dünn,goldgelb und schliefst eine saure und zugleich etwas bitterschmeckende Pulpe ein, in welcher die länglichen Saamenliegen.
Die älteren Schriftsteller wufsten nicht recht, ob sie dieBergamotten zu den Citronen oder zu den Pomeranzen rechnensollten, was Herr Bisso vermied, indem er eine eigne Artdaraus machte. Die Bergamotte ist aber allem Ansehn nachein Bastard von Citrus medica und Aurantium, oder auch da-durch entstanden, dafs man Citronen auf Pomeranzen oder um-
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vel subrotunda (Limetten) vel oblong» (Limonen). Als Synonym ist Citrusvulgaris Kisso beigesetzt, was nur ein Druck- oder Schreibfehler seynkann.