Garcinieae.
1899
Anwendung. Man gibt das Gummigatt innerlich in Pulverform, inPillen, in kleinen Gaben eu '/& bis 2 Gran, auch unter besondern Umständenin gröfsern Dosen, in Emulsion oder Auflosung mit kohlensaurem Kali. AUPräparate hat man eine Tinctur und Seife, Tinctura et Sapo Gutt». Esmacht auch einen Bestandteil mehrerer Compositionen aus , die zur Abtreibungdas Bandwurms im Gebrauche sind; auch soll es nebst den Coloquinteu ein In-gredienz der berüchtigten 1V1 o riso n'sc h e n Pillen ausmachen *). Sonst dientda» Gummigutt besonders noch als schöne Malerfarbe.
Geschichte. Ein Reisender, der im Jahre 1295 China besuchte, erwähntschon das Gummi Gutt unter de».i einbeimischen Namen Kinang hoang, er be-merkt, dafs die Weiber das Sammeln und den Handel mit dieser Waare besor-gen. Den Baum nennen die Siamesen Bong , die Portugiesen Born , er wächstin Cambodja und Siam zwischen 10— 12 0 N. Br. (Ritter Erdkunde von Asien.Bd. 3. pag 932 und p. 1097.) Die erste genauere Nachricht von dem Gummigutt gab der berühmte Botaniker Clusius, welcher die Drogue im Jahre iGo3aus China erhalten hatte. Es dauerte nicht lange, so wurde sie schon als Arz-neimittel empfohlen, denn bereits 1614 schrieb Michael Reuden in Leipzig eineEpistoia de novo Gummi purgante, wovon it>25 eine andere Auflage in Leidenerschien, darauf folgte J P. La lieh Discurs. theoret. pract. de Gummi Gattasive Laxaüvo indico Francofurt. 1626. Horstius nahm schon i65i das neue Mit-tel in «eine Pharmacopoea calholica auf; Dale erwähnt es in seiner Pharmakolo-gie unter dem INamen Gutta Gamba, Gutta Germaudraund GuttaJemou. Auch unter dem Namen Chrysopum und Scammonium Orien-tale kommt es bisweilen vor Eines der ältesten Präparate aus Gummigutt istdas Magisterium Ghittajemou Mynsichti. Die Mutterpflanze oder die oben beschriebene Hebradendron kannte schon Linseboten unter dem Namen CareapuliUnd Herrmann beschrieb genau deren kirschenähnliche süfse und efsbare Früchte.
Hebradendron pictorium(?) Graham. Garcinia pictoria Rot-burgh. Ein auf den höchsten Tlieilcn des Wjnaad in Indien wachsenderBaum von 60 Fufs Höhe und zahlreichen Zweigen , die eine sehr schöneKrone bilden. Die Rinde des Stammes ist «tick, rauh und rissig, innenclunkelrostbraun mit gelben Flecken. Die Blätter sind kurz gestielt, 3— 4Zoll lang, iy 2 bis 2 Zoll breit, von fester Textur, länglich-bauchig undetwas spitz. Die gelben mit einem kurzen Deckblatte versehenen Blumenstehen einzeln in den Blattwinkeln der vorjährigen Blätter. Die Kelch-blätter sind ungleich, stumpf, die Blumenblätter länger als diese und ei-förmig. Die Staubgefälso sind am Grunde ringförmig verwachsen und in4 Bündel gesondert, die Narbe vierlappig und bleibend. Die Frucht istoval, von der Gestalt einer grofsen Kirsche, von 4 Furchen durchzogenund mit der bleibenden Narbe gekrönt, sie hat eine lederartige schlei-mige Textur, ist einfächcrig und enthält vier länglich - nierenförmige Saa-men. Aufser diesen Zwitterblumen enthält der Baum auch männliche Blu-men und ist also polygamisch , diese besitzen Kelche und Corollen wie dieZwitter, und die zahlreichen Staubfäden mit ihren schildförmigen Anthe-ren sitzen an der Spitze eines korbförmigen eckigen Fortsatzes des fleischi-gen Fruchtbodens.
An der Innenseite der Bindensubstanz des Stammes findet man oft be-trächtliche Massen von Gummigutt abgesondert. Roxburgh erhielt öftersProben davon von einem Correspondenten zu Tellicherry , er fand, dafsdies Gummigutt eine schönere Farbe liefere, als alle übrigen Sorten, be-merkte aber auch, dafs dessen Farbe nicht so haltbar war, wie die derchinesischen Drogue.
Stalagmitis ovalifolia Brown et Graham, Xanthochymusovalifolius Box burgh, Cambogia Gutta ßurmann(?). Ein auf Zeilan,so wie im südlichsten Theile der indischen Halbinsel einheimischer Baum
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*) TJeber diese Pdlen »ehe man Annahm der Phat ruacie Bd 28. p. 197. Phar-maceut. Cenlralblatt i835. p. 810.