Malvaceae.
1865
obersten Blätter sind gewöhnlich undeutlich siebeniappig, dieBltithenstiele kommen meistens zu vieren aus den ßlattwin-keln; die ßlüthen sind ganz; klein, weifslich, mit blafsröth-lichem Anfluge, und die Corolle eben so lang als der Kelch,die Segmente desselben reichen kaum bis an die Mitte derFruchtscheibe und diese ist behaart wie bei der vorigen, aberzugleich mit hervorstehenden, netzartigen Adern gezeichnet.
Eine ebenfalls nahe verwandte Art ist Malva nicensisTenore (M. arvensis Presl.). die diesseits der Alpen man-gelt, um so häufiger aber im südlichen Europa, zumal imNeapolitanischen, auf etwas feuchten Feldern wild wächst,und darum oft zum officinelien Gebrauche eingesammelt wird.Die Blätter sind kreisrund, an der Basis herzförmig ausge-schnitten, spitz gelappt, die büschelförmig vereinigten Blumensind nur kurz gestielt, die Corollen doppelt so lang, als dieKelche und die Früchte behaart, so wie von Bunzeln durch-zogen. Malva parviflora Tenore, die an den Seeküstenderselben Gegend vorkommt, unterscheidet sich besondersdurch die linien - borstenförmigen Segmente des äufseren Kel-ches oder der Bracteen.
Officinell ist das Kraut: Herba Malvae seil Mal-vae minoris vel vulgaris. Ehedem bewahrte man auchWurzel, Blumen und Saainen. Badix, Flores et SemenMalvae vulgaris. Kraut und Blumen sind geruchlos, undschmecken blos krautartig schleimig. Der wäfsrige Aufgufsbeider wird durch salzsaures Eisenoxyd braun verdunkeltund getrübi. Wurzel und Saame sind ebenfalls blos schlei-mig, erstere wird durch Jod blau gefärbt.
Vorwaltende Bestan dtheile: Schleim; die Bkmenenthalten noch farbigen Extractivstoff.
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Malva sylvestris L.
Waldmalve, grofse Malve, grofse Hasen- oderKäsepappel, Pferdepappel, ßofspappel, Hanf-pappel.
(Blackwell Herb, tab. 22. Plenk plant med. iab. 5/,o Hayne Bd. 2 tab. 28.
Düsseid. Samml. Lief. 7. t. 23. Guimpel et v. Schlechtendat t. 80. Mann
Deutscht, wildwaehs. Arzneipü. Lief 23.)
Die Waldmalve ist nicht so ganz gemein wie die vorige,doch findet man sie nicht selten an Zäunen und Wegen, anden Bändern der Aecker und andern grasigen Orten, wo siein den Sommermonaten blüht. Die Pflanze hat zwar vieleAehnlichkeit mit der rundbläürigen Malve, ist aber doch leichtvon ihr zu unterscheiden; die Stengel sind viel länger, undauch wenigstens theilweise aufgerichtet, dabei rauh, haarigund ästig. Die Blätter stehen abwechselnd , sie sind lang ge-tieft, fast bis zur Mitte in fünf oder sieben Lappen einge-