Diosmeae.
1835
wickelt seine zierlichen weifsen Blumen, die nicht wenig zumSchmucke der Landschaft beitragen, in den Monaten Augustund September, die Saamen reifen im October und November.Offieinell ist die Rinde, Angustura- oder Angostura-riiide, Cortex Angusturae verae. (Göbel Waarenkunde.Tab. 2. fig. 1 — 4.) Sie kommt im Handel in ungefähr 2—8Zoll langen und längeren, l k bis iy 2 Zoll breiten urfd 1 /- i bist Linie dicken Stücken vor, die seifen vollständig gerollt,sondern meistens etwas flach rinnenfönnig sind. Die äafsereFläche ist mit der Oberhaut bedeckt, theiis ziemlich eben, häu-figer aber etwas rauh, uneben, mit kleinen unordentlichen,zum Theil netzartig verbreiteten Längsrunzeln, und besondersbei Stücken von dickeren Aesten mit kleinen Querrissen be-zeichnet, die jedoch bei vielen ganz fehlen, wogegen sich aufmanchen Rinden zum Theil viele kleine, unordentliche, war-zenartige Erhabenheiten zeigen. Die Farbe der Oberhaut istBlafsgraugelblich, diese fühlt sich etwas weich und schwam-mig an und iäfst sich mit dem Nagel ablösen, häufiger ist siezumal bei rauheren Stücken mehr oder weniger hell oder dun-kel schmutzig-grangelblich, und nicht selten mit sehr kleinenKrustenflechten besetzt, wodurch sie theiis hellere, theiis dun-klere, mitunter ins Grünliche gehende Flecken erhält*). DieUnterfläche ist uneben, kurzsplitterig, schmutzig-ochergelb,mehr oder oder weniger zum Braunen neigend, matt, gleich-sam bestäubt. Auf dem Querbruche ist die Rinde dunkelbraun-gelb und harzig, uneben und heller ist der Längenbrneh5 zer-stofsen gibt sie ein gelbbräunliches Pulver, sie hat einen eig-nen starken, etwas widrig aromatischen Geruch und beifsendgewürzhaft-bittern, nicht unangenehmen Geschmack. Derkalte wässerige Auszug von 1 Theil Pulver mit 24 TheilenWasser ist stark ponieranzengelb gefärbt 5 dieser Auszug zer-stört die Farbe des Lackmus, durch Eisenvitriol wird er starkweifslichgrau gefällt; Brechweinstein und Gnllustiuctur ver-anlassen viele gelbliche Flocken; durch blausaures Eisenoxy-(hil-Kali entsteht kein Niederschlag, auf Zusatz von Salz-säure folgt aber jetzt ein häufiger gelber Präzipitat. NachBrande wird die Angusturarinde in Kisten verschickt, ur-sprünglich aber auf eine ganz eigne Weise verpackt, indemman sie sorgfältig mit biegsamen Stäben umgibt, die eine ArtNetzwerk bilden, und aus den grofsen Blättern einer Palmen-art fabricirt werden.
*) Nach Martius findet icao folgende Flechten auf der Angusturarinde: Ter-rucaria umbrata Fee; V. glauca Fee, V. thelena Acharius, V,aspistea Achar. , Graphis furcata Fee, C cinerea Fee, G glauces-cens Fee, G. rnarcescens Fee, G. rubella Fee, G. Duruastü Fee, G.prosodea Sprengel, Chiodecton seriale Acharius, Trypethe-lium olivaceo - fuscum Zenker, T. ocellatum Zenker, Lecideacongregata Zenker, L. olivaceo• atra Zenk., dann auch Pulverariaflava Achar , Graphis roseo-velata Zenk. n. s, w.