Balsamineae.
1799
halb roth punctirten Blumen, welche im Juli und August er-scheinen, hängen an sehr feinen, dünnen Stielen; sie hinter-lassen prismatisch längliche Kapseln, die, wenn sie reif sind,schon bei nur leiser Berührung elastisch schnell aufspringenund die Saamen fortschleudern.
Officinell sind die Blätter: Herba lmpatientis,seu Balsaminae luteae. Sie sind zart, blafsgrun,schmecken scharf und beirsend, und wurden selbst bisweilenfür giftartig wirkend ausgegeben.
Vorwaltender Bestandteil: Scharfer Extractiv-stoff? ist näher zu untersuchen.
Anwendung. Geschichte. Die alten Väter Jer deutschen Pflanzen-kunde stellten in ihren Schriften meistens die Momordica Balsamiaa und unserejetzigen Balsaminen neben eisander, offenbar nur, weil beide das elastische Oeff-nen der Früchte und das Wegschleudern der Saamen miteinander gemein haben;die Momordica Balsamina war ihnen die erste, unsre jetzige Garten Balsaminedie zweite, eine Anordnung, die jedoch schon Gesner mit Recht tadelt, indemdiese Gewächse sonst so wenig Aehnlichkeit miteinander hätlen. Nach Kosteletzkyhaben die Baisaminen ihren Namen von der Anwendung als Wundbalsam, wassich jedoch nur auf die Momordica beziehen kann, da ein Wundbalsam aus denGarten - Balsaminen kaum in irgend einer Pharmakopoe zu finden seyn dürfte.Das gelbe Springkraut nannte Dodonaeus [mpatiens herba, und ConradGesner bezeichnet es als Nolime längere, woraus der von Linne eingeführtesystematische Name entstand. Gesner rühmt aufserordentlich die diuretische Kraftdes Mittels, und sagt wörtlich (Epistol. medicin. pag. 109): niiram vim habet incienda urina , aqua destillata praesertim, quae si copiosius hauriatur, vel tiiabelern iuducit. Aeufserlicb. wurd°e das Kraut bei podagrischen Schmerzen aufgelegt;es ist ohne Zweifel ein wirksames Mittel, das man nicht ungenutzt lassen sollte.
Balsamina hortensis Dcsp. Impatiens Balsamina L. Garten-Balsamine. Eine jetzt allbekannte, aus Ostindien stammende Pflanze, dieim 16. Jahrhunderte in Deutschlands Gärten eingeführt wurde und nunvielfältig in zahlreichen Spielarten gezogen wird; ihre Blätter sind lanzett-förmig und haben Aehnlichkeit mit denen des Pfirsichbaums, sie sind anbeiden Enden zugespitzt, scharf gesägt, glatt und die untersten stehen ge-geneinander über. Die Blumen stehen zu 2 —4 gehäuft oder auch einzelnauf langen, weich behaarten Stielen, man hat sie roth, weifs, bunt, ein-fach und gefüllt. Die Kapsel ist mit etwas steifen, gelblichen Haaren be-setzt und ihre Klappen rollen sich einwärts auf, in jedem Fache liegen3 — 4 hellgelblich braune, höckerig punetirte, oval-rundliche Saamen.Üeber die Structur dieser Zierpflanze sehe man Notice sur la Balsaminedes jardins, par BT. Charles Kunth Mein, de la Soc. d'hist. nat. de Paris.Vol. 3. Liv-r. 3. p. 384. Ferner Bernhardi in der Linnaea Bd. \i. p. 669.
Familie: DROSERACEAE Uecandolle.Droseraceen.
Die Droseraceen sind zarte, krautartige, oft mit zahlrei-chen Drüsen versehene Gewächse, die obgleich eben nicht ar-tenreich, doch fast über die ganze Erde verbreitet sind undvorzugsweise nasse, sumpfige Standorte lieben. Die Blätterstehen abwechselnd und sind in der Knospe meistens schnek-
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