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Bd 2. Welcher die pharmaceutische Mineralogie, Botanik und Zoologie enthält Abt. 2. Pharmaceutische Botanik 2 (1840)
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1789
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Geraniaceae.

Familie: GERANIACEAE Jussieu.

Geras iaceen.

Eine sehr schöne Pflanzenfainilie, deren zahlreichste undzierlichste Glieder vorzugsweise die Südspitze von Afrika be-wohnen 5 auch in Europa, dem nördlichen Asien und Amerikafinden sich mehrere derselben, während im südlichen Asienund Amerika sie nur sehr sparsam vorkommen. Es sind Kräu-ter oder Sträucher, deren Stengel und Aeste knotig geglie-dert, und an den Gelenken leicht trennbar sind. Die Blätterstehen gegeneinander über, oder sie sind alternirend, in wel-chem Falle der Blumenstiel sich dem Blatte gegenüber ent-wickelt. Die Blätter sind gestielt, ganz oder öfters noch ge-lappt, oder mehr oder weniger tief und mannichfaltig zer-schnitten. Die Blumen sind Zwitter, bald regelmäfsig, baldnnregelmäfsig gebildet, sie stehen einzeln oder gepaart aufihren Stielen, nicht selten bilden sie einfache Dolden. DerKelch besteht aus fünf bleibenden, mehr oder weniger unglei-chen , bisweilen verwachsenen Blättchen, den man auch seinerFigur wegen einen Sack oder Sporn nannte, indem er eine Höhle(cuniculus) bildet ,jüe als Behälter des Honigsaftes (Nec-

tarotheca) dient. Die Corolle besteht aus fünf, seltner vierBlumenblättern, die mit Nägeln versehen, gleich oder un-gleich, meistens bodenständig sind. Staubfäden sind doppeltoder dreimal so viele vorhanden als Blumenblätter; sie sindan der Basis verwachsen und nicht selten haben mehrere der-selben keine Staubbeutel. Der Fruchtknoten ist aus fünf Car-pellarblättchen gebildet, die um eine verlängerte Mittelsäulestehen, er trägt fünf mit dem Säulcheu verwachsene Griffel,mit spitzen, freien Narben *). Bei der Reife lösen sich auf-wärts die verhärteten Griffel ab und in hängender Sellungsieht man sie nun verschiedenartig gekrümrat und selbst zu-rückgerollt fünf Carpellen C eigentlich Schlauchfrüchte, Utri-culus Gärtner, Cystidium Link} tragen, die in einer häutigenoder auch weit härteren Hülle nur einen einzigen quer lie-genden (seinen peritropum} Saamen enthalten, an dem manden kleinen linienförmigen, seitlichen Nabel, den Nabelstrei-fen und den Nabelfleck (Chalaza basilaris) wahrnimmt. DasEiweifs mangelt; der gekrümmte Embryo hat ein gerades,nach dem Nabel gewendetes Würzelchen und blattartig zu-rückgeschlagene oft faltige oder gewundene Cotyledonen, diebisweilen in mehrere Lappen gespalten sind.

*) Diese eigne Bildung gab Veranlassung, dafs die Glieder dieser Familie schonvon den Griechen und nun auch von den Deutschen mit den NamenStorchschnäbel, Reiherschnäbel, Krähenschnäbel u. ». w. bezeichnet wurden.