Malpighiaceae.
1659
Epidermis und zelliger Hülle ein Periderma, und es stimmtihre Rinde eine Reihe von Jahren hindurch mit der von Lit.d. der vorigen Abtheilung überein. Später hört das Wachs-thum dieses Peridenna's auf. und es bildet sich im Innern derRinde ein neues Periderma, welches die äufsere Rinden-schichte von der unterliegenden Rinde abtrennt, worauf dieäufsere Schichte vertrocknet und abfällt. In dieser Abtheilungfinden sich folgende Hauptinodificationen.
a. Das neu gebildete Periderma entwickelt sich nichtgleichförmig am ganzen Umfang der Rinde, sondern nurstellenweise, und es fällt der äufsere Theil der Rinde, ohnedafs er sich wesentlich verändert, in Form von dünnenSchuppen ab: Platanus.
b. Es bilden sich, noch ehe die zuerst entwickelten Bor-kenschuppen abgefallen sind, neue Lagen von Periderma inden tieferen Theilen der Rinde. Die Borke des Baumes be-steht daher aus vielen über einander liegenden Schuppen.Quercus Robur, Tilia.
c. In den wie bei Lit. b. gebildeten Schuppen findet eineWucherung des Parenchyms statt, wodurch dieselben einmehr oder weniger korkartiges Aussehen erhalten, z.B. La-rix europaea, Pinus silvestris.
d. Das Periderma bildet regelmäfsige, den ganzen Stammumgebende Schichten, durch welche die Rinde in bastähnlicheBlätter getheilt wird. Juniperus communis, Metrosi-deros lophanthus.
An die zuletzt genannten Pflanzen schliefst sich endlichdie kleine Zahl derjenigen Holzgewächse an, bei welchen injedem Jahre, nachdem sich eine neue Bastschichte entwickelthat, die Bastschichte des vorigen Jahres abstirbt, vertrocknetund früher oder später abfällt, so dafs also der lebende Theilder Rinde immer nur das Erzeugnifs eines Jahres begreift.Dieser Vorgang findet sich bei Vitis vinifera, LoniceraCaprifolium u. s. w. *!rj.
Bei der grofsen Wichtigkeit, die die Rinden als Heil-mittel haben, ist es unerläßlich, ihre Structur, die Art undWeise ihres Wachsthums und Ausbildung der einzelnen Or-
fane, aus denen sie zusammengesetzt ist, recht genau zuennen, wozu insbesondere das Studium der Rinden unserereinheimischen Bäume am geeignetsten ist. In dieser Hinsichttheile ich die Eintheilungsart des Prof. Hundeshagen in Gies-
*) Untersuchungen über die Entwicklung des Korkes und der Borke auf derRinde der baumartigen Dicotjledonen. Eine Inaugural- Dissertation, welcheunter dem Präsidium von Hugo Mohl, Prof. der Botanik u. >. w., vorlegtC, R. Hüttenschmidt, Tübingen 1836. 4.